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SIHK-Umfrage: Erste positive Signale im Märkischen Kreis
© Symbolbild, Linnemann
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SIHK-Umfrage: Erste positive Signale im Märkischen Kreis

Die Unternehmen im Märkischen Kreis blicken wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Der Geschäftsklimaindex erreicht laut SIHK-Umfrage den höchsten Wert seit zwei Jahren.

Veröffentlicht: Freitag, 06.02.2026 07:53

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Märkischer Kreis: Unternehmen werden wieder optimistischer

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Die Unternehmen im Märkischen Kreis blicken wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) hervor. An der Befragung beteiligten sich 490 Unternehmen aus dem Kammerbezirk. So stieg der Geschäftsklimaindex auf 92 Punkte - den höchsten Wert seit zwei Jahren. Nach einer vierjährigen Durststrecke im negativen Bereich spricht die Handelskammer von ersten positiven Signalen nach mehreren schwierigen Jahren. 16 Prozent der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage, wobei die Tendenz im Jahresverlauf positiv ist. Die Industrie im Märkischen Kreis hatte bereits im vergangenen Jahr erste Erholungstendenzen gezeigt, die sich nun in der aktuellen Umfrage bestätigen.

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Arbeitskosten erreichen Rekordwert als größtes Risiko

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Aus Sicht der befragten Unternehmen sind die hohen Arbeitskosten, unsichere politische Rahmenbedingungen und die schwache Nachfrage im Inland weiter belastend. Die Arbeitskosten werden von 60 Prozent der Unternehmen als Risiko genannt - ein Höchstwert, der so noch nie erreicht wurde. Auch die Inlandsnachfrage bleibt seit längerem das Top-Risiko für die Betriebe. Zu den weiteren Risiken zählen Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fachkräftemangel, der aufgrund der schlechteren Lage dazu führt, dass weniger Menschen eingestellt werden.

"Der resiliente Mittelstand am Standort ist anpassungsfähig. Mittelständer sind es gewohnt, sich selbst zu helfen. Diese Anpassungsfähigkeit sorgt dafür, Risiken anders einzuschätzen." - Britta Hölper, SIHK-Ausschussvorsitzende Industrie
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Verkehrsinfrastruktur: A45 Sperrung als Wirtschaftsdämpfer

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Bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Verkehrsinfrastruktur: Seit der A45-Sperrung war diese konstant von 30 bis 40 Prozent der Unternehmen als Risiko benannt worden. Nach der Wiedereröffnung der Rahmedetalbrücke ist dieser Wert dramatisch auf nur noch 10 Prozent eingebrochen. Die A45-Sperrung war eine schwere finanzielle Belastung für viele Unternehmen, weshalb die Freigabe als enorme Erleichterung empfunden wird. 

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Einzelhandel im MK besonders von Strukturproblemen betroffen

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Besonders der Handel ist jedoch weiterhin von den aktuellen Herausforderungen betroffen. Hier machen Bürokratie und wenig belebte Innenstädte den Händlerinnen und Händlern zu schaffen. Die Geschäftslage entwickelt sich weiterhin negativ, wenn auch mit leicht positiver Tendenz. Burkhard Blesel, Handelsexperte der SIHK, sieht die Hauptprobleme bei den Rahmenbedingungen für die Innenstädte und der ausufernden Bürokratie.

"Eine funktionierende Innenstadt muss wie ein Markt funktionieren - sie ist lebendig und selbstständig." - Burkhard Blesel, SIHK-Handelsexperte
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Fachkräftemangel wird zur dramatischen Herausforderung

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Marc Simon, SIHK-Vizepräsident und Geschäftsführer der Cosi Stahllogistik aus Hagen, sieht den Fachkräftemangel als zusätzliches Problem, das dramatisch zunimmt. Besonders in der Logistikbranche fehlen Fahrer, um die Unternehmen abzudecken - eine Herausforderung für die nächsten Jahre. Seine Firma arbeitet bereits mit dem Goethe-Institut, um ausländische Fahrer auszubilden.

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Beschäftigungs- und Investitionspläne bleiben verhalten

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Die Beschäftigungspläne entwickeln sich kaum positiv - die Unternehmen können und wollen derzeit nicht mehr Personal einstellen, sondern gehen eher von einer negativen Tendenz aus. Bei den Investitionen bleibt knapp jeder fünfte Betrieb bei der Planung höherer Ausgaben, während die Unternehmen, die weniger investieren wollen, zurückgegangen sind. Die meisten Betriebe bleiben bei ihren bisherigen Investitionsniveaus, was auf mangelnde stabile Ausblicke zurückzuführen ist.

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Talsohle erreicht, aber Herausforderungen bleiben

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Trotz der anhaltenden Probleme herrscht Einigkeit bei den SIHK-Experten: "Wir arbeiten uns aus der Talsohle heraus." Die Wirtschaft in Südwestfalen kämpft zwar weiterhin, aber es gibt erste positive Signale. Die Unternehmen hoffen, dass sie nun zuversichtlicher in die nächsten Monate blicken können, auch wenn die strukturellen Herausforderungen wie Arbeitskosten, politische Unsicherheit und Bürokratie weiterhin bestehen. 

"Die Talsohle ist erreicht - es gibt einen positiven Vibe in der Kundschaft." - Marc Simon, SIHK-Vizepräsident

 Zu diesem Fazit kommt auf der Märkische Arbeitgeberverband (MAV), der für seine Elektro- und Metallbetriebe eine eigene Umfrage durchführte.

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