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Konjunkturschwäche bremst Jobs im Märkischen Kreis
© Radio MK/ Thomas Ploeger
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Konjunkturschwäche bremst Jobs im Märkischen Kreis

Im Märkischen Kreis waren im März 2026 gut 19.000 Menschen arbeitslos gemeldet – die Arbeitslosenquote verharrt bei 8,4 Prozent. Die schwache Konjunktur, internationale Konflikte und hohe Energiekosten bremsen den Arbeitsmarkt weiterhin aus.

Veröffentlicht: Dienstag, 31.03.2026 12:59

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Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis bleibt stabil

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Die Zahl der Arbeitslosen im Märkischen Kreis ist im März 2026 nahezu konstant geblieben. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Iserlohn waren 19.009 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind 45 Personen weniger als im Februar, aber 131 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich blieb die Quote unverändert. Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 3.024 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.168 direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 3.061 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, von denen 959 eine neue Erwerbstätigkeit aufnahmen. Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fällt damit erneut schwach aus. Bereits der Jahresbericht 2025 der Arbeitsagentur hatte gezeigt, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt gestiegen war.

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Agenturchef sieht nachlassende Dynamik auf Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis

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Agenturchef Sebastian Unkhoff beobachtet eine zunehmende Verlangsamung auf dem Arbeitsmarkt. Weniger neue Stellen werden gemeldet und gleichzeitig verlieren mehr Menschen aus einer festen Beschäftigung heraus ihren Job. Im März wurden 641 Stellen neu gemeldet – das sind 82 weniger als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich noch 3.391 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Die meisten freien Stellen gibt es in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel sowie Baugewerbe.

Zwar bleibt die Beschäftigung insgesamt stabil, aber die Dynamik lässt nach. Internationale Konflikte und steigende Energiekosten sorgen zusätzlich für Verunsicherung bei den Unternehmen und bremsen die weitere Entwicklung." - Sebastian Unkhoff, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn

Dass insbesondere hohe Energie- und Arbeitskosten sowie schwache Inlandsnachfrage die Unternehmen im Märkischen Kreis belasten, hatte zuletzt auch eine Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern bestätigt. Auf Bundesebene wird erst ab Mitte 2026 mit einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gerechnet.

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So unterschiedlich ist die Lage in den Städten im MK

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Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verläuft in den einzelnen Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises unterschiedlich. In Iserlohn stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 4.873 Personen - ein Plus von 7,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Arbeitslosenquote liegt dort bei 9,8 Prozent. Lüdenscheid verzeichnet mit 4.272 Arbeitslosen und einer Quote von 10,8 Prozent den höchsten Wert im Kreis. In Menden waren 1.908 Personen ohne Job, die Quote liegt bei 6,5 Prozent. Positive Entwicklungen zeigen sich dagegen in kleineren Gemeinden. In Balve sank die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 18,3 Prozent auf 268 Personen. Auch in Herscheid (minus 14,9 Prozent), Nachrodt-Wiblingwerde (minus 14,0 Prozent) und Halver (minus 10,4 Prozent) ging die Zahl der Arbeitslosen deutlich zurück. In Hemer sank die Quote leicht auf 7,4 Prozent.

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Jobcenter MK: Positive Entwicklung bei Geflüchteten

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67 Prozent aller Arbeitslosen im Märkischen Kreis werden durch die Jobcenter betreut. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich um 538 auf insgesamt 17.284. Insgesamt wurden 23.630 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 793 Personen weniger als vor einem Jahr. Zudem arbeitet mittlerweile mehr als jeder Vierte im Märkischen Kreis in Teilzeit - eine Entwicklung, die den Arbeitsmarkt zusätzlich prägt.

Trotz der schwierigen arbeitsmarktlichen Lage im Märkischen Kreis gelingt es weiterhin insbesondere geflüchteten Menschen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen." - Anna Markmann, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkischer Kreis
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