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Mehr als jeder Vierte im Märkischen Kreis arbeitet in Teilzeit
© Symbolbild: Radio MK/ Jesse
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Mehr als jeder Vierte im Märkischen Kreis arbeitet in Teilzeit

Im Märkischen Kreis arbeitet über ein Viertel der Erwerbstätigen in Teilzeit – vor allem Frauen in Handel, Gastgewerbe und Verwaltung. Die Zahlen zeigen deutliche regionale Unterschiede.

Veröffentlicht: Dienstag, 03.02.2026 09:03

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Teilzeitbeschäftigung im Märkischen Kreis steigt

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Zum Stichtag Ende Juni 2025 waren im Märkischen Kreis mehr als 40.000 Menschen in Teilzeit beschäftigt – das entspricht über 25 Prozent aller Erwerbstätigen. Das berichtet das Statistische Landesamt NRW. Der größte Anteil der Teilzeitkräfte arbeitet im Dienstleistungssektor, in der öffentlichen Verwaltung sowie im Handel und Gastgewerbe. Über 80 Prozent der Teilzeit-Jobs werden von Frauen ausgeführt. Die Teilzeitquote variiert stark innerhalb des Kreises: In Iserlohn, Balve und Menden arbeiten etwa 30 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit. Meinerzhagen, Plettenberg und Herscheid gehören hingegen zu den Kommunen mit den niedrigsten Teilzeitquoten in NRW – hier liegt sie bei nur 17 bis 18 Prozent. Insgesamt stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Teilzeit im Märkischen Kreis innerhalb von 10 Jahren um 28,7 Prozent

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Frauen, „Lifestyle‑Teilzeit“ und politische Debatte

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In NRW arbeitet knapp jede zweite Frau in Teilzeit. Bei den Männern sind es nur etwa 14 Prozent. Zwar hat die Teilzeitbeschäftigung bei Männern zuletzt zugenommen, der Geschlechterunterschied bleibt aber sehr deutlich. Teilzeitarbeit dient vielen Beschäftigten weiterhin dazu, Beruf, Familie oder Pflegeaufgaben zu vereinbaren – und wird nicht selten als bewusste Lebensgestaltung gewählt. Politisch sorgt derzeit ein Vorschlag des Wirtschaftsflügels der CDU für Diskussionen: Die Mittelstands‑ und Wirtschaftsunion (MIT) möchte den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit einschränken und ihn nur noch zulassen, wenn „besondere Gründe“ wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildung vorliegen sollen. Der Antrag trägt den Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle‑Teilzeit“ und soll auf dem CDU‑Bundesparteitag im Februar diskutiert werden.

Diese Pläne stoßen auf breite Kritik – nicht nur von Oppositionsparteien wie SPD, Grünen oder Linken, sondern teils auch innerhalb der Union selbst. Kritiker sehen darin einen Angriff auf ein etabliertes Arbeitnehmerrecht und warnen, die Politik solle lieber Rahmenbedingungen verbessern als Teilzeitrechte beschneiden. Gewerkschaften und Sozialverbände betonen, ein solches Vorgehen sei realitätsfern angesichts der unterschiedlichen Lebenssituationen von Beschäftigten. Vielen dürfte der Vorschlag daher nicht gefallen. Was bisher gilt, lest ihr hier.

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