
Märkischer Kreis erweitert Wildnis-Entwicklungsgebiete im Ebbegebirge
Im Märkischen Kreis sollen weitere Wälder der natürlichen Entwicklung überlassen werden und zur Bereicherung der Artenvielfalt beitragen. Als Teil der Wildnis-Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen werden Fachleute des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima in den nächsten Monaten eine Kulisse von rund 230 Hektar begutachten. Ziel ist es, die genauen Grenzen zur Erweiterung der bestehenden Wildnisentwicklungsgebiete im Ebbegebirge zu erarbeiten. Die Flächen befinden sich vollständig im Landeseigentum und sollen künftig ohne menschliche Eingriffe ihrer natürlichen Entwicklung folgen.
"Mit der Wildnis-Initiative schaffen wir wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten im Landeswald. Wildniswälder sind wichtige Bausteine für unser Naturerbe und eröffnen den Menschen beeindruckende Naturerlebnisse." - Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr
NRW erweitert Wildnis-Netz um 5.000 Hektar landesweit
Die Landesregierung hat beschlossen, das Netz der Wildnisentwicklungsgebiete im Landeswald 2026 sukzessive um 5.000 Hektar zu erweitern und zu stärken. Gemeinsam mit anderen Regionen wie dem Siebengebirge, den Kreisen Coesfeld und Unna sowie dem Hochsauerlandkreis ist damit bereits auf gut 2.800 Hektar die neue Wildnis-Entwicklung angestoßen. Den Startschuss für die gemeinsame Wildnis-Initiative hatten Umweltminister Oliver Krischer und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen am 8. Juli 2025 im Siebengebirge gegeben. Bei einem Termin vor Ort betonte auch Landrat Ralf Schwarzkopf die Bedeutung des Projekts für den Märkischen Kreis.
"Die Landesregierung unterstützt die Ziele der Wildnisentwicklung. Deshalb stärken wir das bestehende Netz der Wildniswälder und stellen sukzessive weitere Flächen des landeseigenen Waldes für eine natürliche Entwicklung zur Verfügung." - Silke Gorißen, Landwirtschaftsministerin NRW.
Natürliche Waldentwicklung im Märkischen Kreis fördern
Gut die Hälfte der geplanten Erweiterungskulisse im Ebbegebirge ist bereits als Naturschutzgebiet und als europäisches Fauna-Flora-Habitat-Gebiet geschützt. Durch die Aufnahme in das Netz der Wildnisentwicklungsgebiete entstehen hier künftig natürliche Wälder, in deren Entwicklung kaum und idealerweise sogar gar nicht mehr eingegriffen wird. Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen wird sich um die neuen Wildnisentwicklungsgebiete kümmern und dabei natürliche Abläufe fördern, damit die Natur wieder in ihre eigenen Kreisläufe zurückfinden kann. Wo es notwendig ist, werden die örtlichen Förster aktiv die Naturnähe fördern und die Gebiete mit gezielten Angeboten für Besucher erlebbar machen.
Lebensräume für bedrohte Arten im Märkischen Kreis
In den Wildnisentwicklungsgebieten können Bäume ihr natürliches Höchstalter erreichen und als Alt- und Totholz wertvollen Lebensraum für seltene und gefährdete Arten bieten. Schwarzspechte bauen bevorzugt in alten Buchen ihre Höhlen, die später auch von Hohltauben, Fledermäusen und Käuzen genutzt werden. Auch der seltene Hirschkäfer, der Urwaldrelikt-Käfer Eremit und verschiedene Bockkäfer finden in alten Bäumen wertvollen Lebensraum. Wildkatzen ziehen sich bevorzugt in ungestörte Wälder zurück und ziehen dort ihre Jungen groß. Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits mehr als 100 Wildnisentwicklungsgebiete, 75 Naturwaldzellen sowie besondere Schutzzonen im Nationalpark Eifel.
Die Wälder, auch bei uns im MK, sind stark vom Klimawandel betroffen. Was das für unsere Wälder bedeutet, lest ihr hier.