
Märkischer Kreis sucht Wege gegen extreme Hitze
Die Hitze ist da – doch wie gut sind die Städte im Märkischen Kreis darauf vorbereitet? Eher mittelmäßig, heißt es im aktuellen „Hitze-Check 2026“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Besonders in Iserlohn, Menden und Lüdenscheid sieht die DUH Nachholbedarf bei Grünflächen, Stadtbäumen und versiegelten Flächen.
Veröffentlicht: Freitag, 19.06.2026 05:18
Hitze-Check sieht Defizite in MK-Städten
Die Hitze ist inzwischen auch im Märkischen Kreis angekommen. Nach dem Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe liegen Iserlohn, Menden und Lüdenscheid im bundesweiten Vergleich nur im Mittelfeld. Die DUH bewertet dafür unter anderem die Hitzebetroffenheit der Menschen, den Baumbestand und den Trend bei der Versiegelung von Flächen. Bundesweit seien zwischen 2018 und 2025 in den untersuchten Städten mehr als 900.000 Bäume verschwunden. Die Organisation sieht darin ein wachsendes Problem für den Schutz vor Hitze in den Innenstädten.
Ein Blick auf die Daten zeigt: Iserlohn kommt auf einen Beschirmungsgrad von 25,66 Prozent, Menden auf 27,51 Prozent und Lüdenscheid auf 28,70 Prozent. Gleichzeitig weist die DUH für alle drei Städte weitere versiegelte Flächen und Baumverluste aus. Als Gründe für die nur mittlere Bewertung nennt die Umwelthilfe unter anderem zu wenig Grünflächen, zu wenige Stadtbäume und eine zunehmende Versiegelung.
Kommunen im Märkischen Kreis reagieren bereits
Ganz unvorbereitet sind die Städte im Märkischen Kreis aber nicht. In Lüdenscheid gibt es bereits einen Hitzeaktionsplan. In Menden können Bürgerinnen und Bürger online Orte markieren, die besonders stark von Hitze oder auch Starkregen betroffen sind. So sollen belastete Bereiche sichtbarer werden und Schutzmaßnahmen gezielter geplant werden können.
Auch in Iserlohn gibt es bereits konkrete Ansätze für mehr Abkühlung im Stadtgebiet. Nach Ihren Angaben wurde dort zuletzt ein Klimaprojekt am Stadtbahnhof ausgezeichnet, bei dem unter anderem Kletterpflanzen und Wasserdüsen für Abkühlung sorgen. Insgesamt zeigt sich damit: Die Kommunen haben das Problem erkannt, aus Sicht des Hitze-Checks gibt es aber weiter Handlungsbedarf.
Politik im Kreis fordert mehr Zusammenarbeit
Mit Blick auf den Klimawandel dürfte das Thema im Märkischen Kreis weiter an Bedeutung gewinnen. Experten gehen davon aus, dass extreme Hitzeperioden häufiger werden. Auch deshalb haben die Grünen im Märkischen Kreis eine politische Initiative gestartet. Sie wollen vom Kreis wissen, welche Konzepte es bereits zu Starkregen, Hitze und Wassermanagement gibt und wie diese in den einzelnen Kommunen umgesetzt werden.
Ziel ist nach ihren Angaben, dass der Kreis und die Städte enger zusammenarbeiten. So könnten Fördermittel besser genutzt und Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden.