
Märkischer Kreis plant ÖPNV-Neuausrichtung
Der Märkische Kreis und die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) wollen den öffentlichen Nahverkehr grundlegend neu ausrichten. Am 9. Juli entscheidet der Kreistag über die Fortschreibung des Nahverkehrsplans - mit dem Ziel, Busse und Mobilitätsangebote flexibler und bedarfsgerechter zu gestalten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.06.2026 15:26
Mobilität nach Maß: ÖPNV-Neuausrichtung im Märkischen Kreis
Der Märkische Kreis stellt die Weichen für den Nahverkehr der Zukunft. Gemeinsam mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) soll der Nahverkehrsplan grundlegend fortgeschrieben werden. Der Leitgedanke dahinter lautet „Mobilität nach Maß": Busse und andere Angebote sollen künftig dort fahren, wo Menschen sie tatsächlich brauchen - nicht nach starren Fahrplänen, sondern nach dem tatsächlichen Bedarf. Hintergrund sind veränderte Rahmenbedingungen: Begrenzte finanzielle Spielräume treffen auf steigende Kosten im ÖPNV und einen wachsenden Fachkräftemangel. Neben klassischen Buslinien sollen deshalb auch flexiblere, nachfrageorientierte Angebote eine größere Rolle spielen. Wie sich die MVG zuletzt aufgestellt hat, zeigt der MVG-Jahresbericht mit Fokus auf Deutschlandticket und E-Busse.
BEA in Meinerzhagen-Valbert: Flexibles Vorbild für den Nahverkehr
Ein konkretes Beispiel für den neuen Ansatz ist das On-Demand-System „BEA" - kurz für Bestellen, Einsteigen, Ankommen - in Meinerzhagen-Valbert. Fahrgäste buchen ihre Fahrt flexibel, Fahrten mit ähnlichen Zielen werden gebündelt und gemeinsam durchgeführt. Allein im Jahr 2025 nutzten rund 20.000 Fahrgäste das Angebot. Besonders wichtig ist dabei die Verbindung zwischen Valbert und dem Stadtzentrum von Meinerzhagen. Das System gilt als Pilotprojekt für die Weiterentwicklung des Nahverkehrs in ländlichen Gebieten und soll bis Ende 2027 weiterlaufen. Dass der Märkische Kreis seinen ÖPNV bereits seit Jahren modernisiert, zeigt auch die Anschaffung von 25 Elektrobussen für das Kreisgebiet.
Neues Mobilitätskonzept für den Nahverkehr - Kreistag entscheidet am 9. Juli
Bevor der Kreistag abstimmt, befasst sich zunächst der Struktur- und Wirtschaftsausschuss am 30. Juni mit dem Thema. Die finale Entscheidung über die Fortschreibung des Nahverkehrsplans fällt dann am Donnerstag, 9. Juli, in der Sitzung des Kreistages im Kreishaus Lüdenscheid. Die Ergebnisse der Fortschreibung sollen bis Ende 2026 vorliegen und bilden anschließend die Grundlage für die künftige Vergabe von Verkehrsleistungen im gesamten Kreisgebiet. Dabei sollen Hauptachsen, Schulverkehre, Verbindungen zwischen Städten und Ortsteilen sowie flexible Angebote gemeinsam betrachtet werden.
