
Fußball-WM 2026: Lüdenscheid verzichtet auf Rudelgucken
Das Lüdenscheider Stadtmarketing hat sich gegen ein Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 entschieden. Damit wird es im Rosengarten, dem bisherigen Austragungsort des gemeinsamen Fußballschauens, in diesem Sommer keine Großbildleinwand geben. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt.
Lüdenscheid sagt WM-Public-Viewing ab
Hauptgrund für die Absage ist laut Stadtmarketing das neue Turnierformat der FIFA. Statt wie bisher 32 Teams nehmen 48 Mannschaften teil, statt 64 werden 104 Spiele ausgetragen. Die Turnierdauer steigt von vier auf fast sechs Wochen. Hinzu kommt die Zeitverschiebung: Zahlreiche Partien finden erst mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden mitteleuropäischer Zeit statt. Das bisherige Konzept „Alle Spiele, alle Tore" im Rosengarten sei damit nicht mehr umsetzbar.
„Das sind Faktoren, die ein Public Viewing leider enorm erschweren und wegen der Anstoßzeiten für uns auch in vielen Fällen unmöglich machen." - Phillip Nieland, Geschäftsführer Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH
Fußball-WM: K.o.-Phase erschwert Planung in Lüdenscheid
Auch eine reduzierte Variante mit ausgewählten Spielen sei laut Stadtmarketing schwer umsetzbar. Planungssicherheit bestehe nur für die Gruppenphase. Ab dem Achtelfinale stünden Anstoßzeiten und Paarungen oft erst kurzfristig fest. Sollte die deutsche Nationalmannschaft die Vorrunde überstehen, wären Anstoßzeiten zwischen 18 Uhr und 3 Uhr morgens möglich. Der personelle, zeitliche und finanzielle Aufwand sei damit zu hoch. Zudem arbeite das Event-Team des Stadtmarketings im Sommer bereits durch andere Veranstaltungen an der Belastungsgrenze.
„Ab dem Achtelfinale müssten wir immer kurzfristig schauen, wer weiterkommt und welche Partien zu welcher Uhrzeit angepfiffen werden." - Phillip Nieland, Geschäftsführer Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH
Hoffnung auf Rudelgucken in Lüdenscheider Gastronomie
Trotz der Absage sieht Stadtmarketing-Chef Nieland Möglichkeiten für gemeinsames Fußballschauen in Lüdenscheid. Kneipen, Biergärten oder Veranstaltungssäle könnten als alternative Orte dienen. Erste Signale in diese Richtung habe er nach eigener Aussage bereits wahrgenommen. Die Entscheidung gegen das Public Viewing sei dem Stadtmarketing nicht leichtgefallen, betonte Nieland.
„Ich würde mir wünschen, dass sich in dieser Richtung etwas ergibt. Das wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten." - Phillip Nieland, Geschäftsführer Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH