Kein LKW-Durchfahrtsverbot für Kierspe: Dafür kommt Tempo 30

Das lange geforderte LKW-Durchfahrtsverbot für Kierspe ist vorerst vom Tisch: Das hat der Märkische Kreis am Montagnachmittag (27.11) erklärt. Die Hintergründe:

© Stadt Kierspe

Zunahme des LKW-Verkehrs in Kierspe seit A45-Sperrung

Seit dem Durchfahrtsverbot für LKW in Lüdenscheid ist eine deutliche Zunahme des LKW-Verkehrs in Kierspe zu verzeichnen. Täglich passieren nun erwiesenermaßen 2.300 Schwerlaster die Kölner Straße, was einem Anstieg um 600 im Vergleich zum Zeitraum vor dem Verbot entspricht (von 1.700 im März 2023 auf 2.300 LKW pro Tag im Sommer 2023).

Mehr Feinstaub durch A45-Umleitung? Die Freie Wählergemeinschaft Kierspe fordert deswegen eine neue Messung der Feinstaubgrenzwerte im Ort.
Mehr Feinstaub durch A45-Umleitung? Die Freie Wählergemeinschaft Kierspe fordert deswegen eine neue Messung der Feinstaubgrenzwerte im Ort.© Heiner Busch
Mehr Feinstaub durch A45-Umleitung? Die Freie Wählergemeinschaft Kierspe fordert deswegen eine neue Messung der Feinstaubgrenzwerte im Ort.
© Heiner Busch

Forderungen nach LKW-Durchfahrtsverbot an der Volme

Die Ortsvereine der SPD an der Volme fordern deswegen seit längerem für ihre Kommunen im Märkischen Kreis ein LKW-Durchfahrtsverbot, wie es in Lüdenscheid umgesetzt wurde. Es betrifft die Kommunen Halver, Kierspe, Meinerzhagen, Schalksmühle und Brügge. Auch die Bürgerinnen und Bürger von Kierspe gingen bei einer großangelegten Demonstration gegen das Verkehrschaos auf die Straße. Die StVO fordert hier in Bezug auf etwaige Anordnungen von Durchfahrtsverboten jedoch eine besondere Gefahrenlage. Die sei in Kierspe nicht gegeben und es müsse auf das "mildeste Mittel" zurückgegriffen werden.

„Die Befürchtung, dass die Reduzierung des Lkw-Verkehrs in Lüdenscheid überwiegend zulasten des Volmetals geht, ist nicht eingetreten“, heißt es aus dem Kreishaus.

Lärmmessung in Kierspe führt zu Tempo 30 Anordnung

Der Märkische Kreis hat aufgrund einer Lärmmessung des Landesbetriebs Straßen.NRW dafür aber ab sofort Tempo 30 für die Kölner Straße in Kierspe angeordnet, um gegen die Lärmbelästigung vorzugehen. Eine Lärmmessung für die Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe steht noch aus. Sollte das Ergebnis ähnlich wie bei der Kölner Straße ausfallen, könnte auch hier eine Tempo 30-Anordnung folgen. Dort kam es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Gefährdungen für Fußgänger.

Mehr LKW-Verkehr auch in Meinerzhagen und Schalksmühle

Wie der Märkische Kreis mitteilt, stieg zwar auch in den anderen Volme-Kommunen der LKW-Verkehr, aufgrund der A45-Sperrung. Dieser falle jedoch deutlich geringer aus, als in Kierspe. In Schalksmühle an der B54 wurde eine tägliche Zunahme um ca. 150 Lkw ab 3,5 t gemessen. In Meinerzhagen hat der Lkw-Verkehr ebenfalls zugenommen. Gemessen wurden hier Lkw ab 7,5 Tonnen. Dort ergab sich eine Zunahme von 280 LKW pro Tag. Die Stadt Meinerzhagen führt aber aktuell noch weitere Messungen durch. Im Bereich Schalksmühle-Heedfeld hingegen sind etwa 570 Lkw weniger pro Tag unterwegs sind, so der Märkische Kreis. Er plant aber weiterhin mit den Volme-Gemeinden den Verkehr zu beobachten und bei Bedarf zu reagieren.


So reagiert die SPD auf die Entscheidung in Kierspe

Gordan Dudas, SPD-Landtagsabgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion kritisiert die Entscheidung des Märkischen Kreises.

„Die Anordnung von Tempo 30 auf der Kölner Straße ist zu begrüßen. Endlich wird zumindest der gestiegene Lärmpegel in Kierspe auch offiziell bestätigt. Nichtsdestotrotz geht diese Anordnung nicht weit genug. Ein Durchfahrtsverbot gemäß §45 StVO bleibt weiterhin unerlässlich. Ich bin der Auffassung, dass die Zahlen durchaus eine Gefahrenlage rechtfertigen [...]"

/DoP

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