
Hitze-Check: MK-Städte nur im Mittelfeld
Die Deutsche Umwelthilfe hat ihren Hitze-Check 2026 veröffentlicht - Iserlohn, Menden und Lüdenscheid landen im bundesweiten Vergleich nur im Mittelfeld. Im Märkischen Kreis gibt es aber bereits erste Maßnahmen gegen zunehmende Hitze in den Innenstädten.
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.06.2026 11:53
Iserlohn, Lüdenscheid und Menden im Hitze-Check
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ihren dritten Hitze-Check vorgelegt. Darin wurden 195 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern auf ihren Schutz vor Hitze untersucht. Bewertet wurden unter anderem Grünflächen, Versiegelungsgrad, Baumüberschirmung und die Hitzebelastung der Bevölkerung. Iserlohn, Lüdenscheid und Menden als größte Städte im Märkischen Kreis schneiden dabei nur mittelmäßig ab. Alle drei landen im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld. Laut DUH gibt es in vielen der untersuchten Kommunen weiterhin zu wenig Schatten, zu wenig Entsiegelung und zu wenig Stadtgrün, um die Folgen zunehmender Hitzewellen abzufedern.
Maßnahmen gegen Hitze im Märkischen Kreis
Im Märkischen Kreis haben einzelne Städte bereits auf die zunehmende Hitzebelastung reagiert. In Lüdenscheid gibt es seit dem vergangenen Jahr einen Hitzeaktionsplan. In der Bergstadt ist es im Schnitt an 26 Tagen im Jahr wärmer als 25 Grad. In Menden können Bürger online Stellen markieren und abfragen, die besonders von Hitze betroffen sind. Für diese Orte können auch Ideen für Schutzmaßnahmen eingereicht werden. Erst kürzlich wurde in Iserlohn das Klimaprojekt „Kühler Fleck" am Stadtbahnhof von der bundesweiten Initiative „stadtimpulse" ausgezeichnet. Dort bilden Kletterpflanzen wie Waldrebe und Geißblatt über ein Edelstahlnetz ein rund 80 Quadratmeter großes natürliches Schattendach.
DUH: Fast eine Million Bäume aus Städten verschwunden
Bundesweit zeichnet der Hitze-Check ein deutliches Bild. Zwischen 2018 und 2025 sind laut DUH mehr als 900.000 Bäume aus den untersuchten Städten verschwunden. Nur sieben Städte erreichen den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung. Beim Versiegelungstrend vergab die DUH keine einzige positive Bewertung. Am schlechtesten schnitten bundesweit Offenburg, Lahr und Mannheim ab. Positiv bewertet wurden Kiel und Wuppertal.
„Wenn sich dieser Trend fortsetzt, leben wir in wenigen Jahren in menschenfeindlichen Betonwüsten." - Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe
Hitzeaktionstag am 11. Juni im Märkischen Kreis
Der heutige Hitzeaktionstag (11. Juni) steht unter dem Schwerpunktthema „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze". Die DUH fordert von der Bundesregierung verbindliche Vorgaben für mehr Entsiegelung und Stadtgrün. Unter dem Motto „Bäume retten Leben" hat die Umwelthilfe zudem eine Petition für den Erhalt schattenspendender Bäume gestartet. Sie ruft Bürger auf, fällungsbedrohte Bäume zu melden und sich für mehr Grün in ihren Städten einzusetzen.