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Handwerk im MK klagt über zu viel Bürokratie
© Radio MK/Yara Safear
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Handwerk im MK klagt über zu viel Bürokratie

Zu viel Bürokratie wird für das Handwerk im Märkischen Kreis immer mehr zum Problem. Eine Umfrage der Kreishandwerkerschaft MK zeigt, dass viele Betriebe durch Dokumentation, Vorgaben und lange Verfahren stark belastet werden.

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Bürokratie belastet Betriebe im Märkischen Kreis

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Bürokratie zählt für viele Handwerksbetriebe im Märkischen Kreis inzwischen zu den größten Problemen im Arbeitsalltag. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis unter ihren rund 1.000 Innungsfachbetrieben. Etwa jeder zehnte Betrieb hat sich beteiligt und damit ein breites Stimmungsbild aus der Praxis geliefert. Abgefragt wurden unter anderem Dokumentationspflichten, Genehmigungsverfahren, steuerliche und rechtliche Vorgaben, Arbeitsschutz, Datenschutz, Fördermittel und Umweltauflagen. In fast allen Themenfeldern vergaben die Betriebe im Schnitt die Note 5 und bewerteten die Belastung damit als stark.

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Viel Zeit geht für Formulare und Nachweise drauf

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Besonders kritisch sehen viele Unternehmen die umfangreichen Dokumentations- und Nachweispflichten. Genannt werden zum Beispiel Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen, Prüfprotokolle, Datenschutz-Unterlagen sowie zahlreiche Meldungen an Behörden. Nach Angaben vieler Betriebe kostet das nicht nur Zeit, sondern bindet auch Personal, das an anderer Stelle fehlt. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen fühlen sich durch die Vielzahl der Vorgaben überfordert. Die Kritik richtet sich dabei laut Kreishandwerkerschaft nicht gegen den Sinn einzelner Regeln, sondern gegen deren Umfang, Komplexität und die Menge an Nachweisen.

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Lange Verfahren sorgen für Verzögerungen und Kosten

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Ein weiterer zentraler Punkt der Umfrage sind lange Bearbeitungszeiten bei Behörden. Betriebe berichten laut Kreishandwerkerschaft von monatelangen Genehmigungsverfahren, langen Wartezeiten etwa bei Schwertransportgenehmigungen und komplizierten Förderverfahren. Das kann Projekte verzögern und sorgt nach Angaben der Unternehmen für gebundene Kapazitäten, zusätzliche Kosten und teils auch Umsatzverluste. Einige Betriebe beziffern ihre Bürokratiekosten demnach auf mehrere tausend Euro pro Jahr. Aus Sicht des Handwerks wird Bürokratie damit zunehmend auch zu einer wirtschaftlichen Wachstumsbremse im Märkischen Kreis.

Das Handwerk steht damit nicht allein: Auch die Industrie- und Handelskammern im Märkischen Kreis fordern seit Längerem weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren - die wirtschaftliche Lage in der Region bleibt angespannt.

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Handwerk fordert einfachere digitale Verfahren

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Die Betriebe sprechen sich in der Umfrage klar für Digitalisierung aus - allerdings nur dann, wenn sie Abläufe wirklich vereinfacht. Gewünscht werden einheitliche digitale Portale, durchgängige Verfahren ohne Medienbrüche und ein besserer Datenaustausch zwischen Behörden. Aus Sicht vieler Unternehmen reicht es nicht, bestehende Bürokratie einfach nur digital abzubilden. Die Kreishandwerkerschaft macht deutlich, dass praxistaugliche Regeln, schnellere Verfahren und weniger Nachweispflichten nötig sind. Gerade kleinere Handwerksbetriebe hätten oft keine eigenen Verwaltungsabteilungen und müssten die zusätzlichen Aufgaben direkt im Tagesgeschäft auffangen.

Die Ergebnisse der Umfrage sind ein deutliches Signal aus der handwerklichen Praxis. Unsere Betriebe wollen sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, stattdessen verbringen sie immer mehr Zeit mit Formularen, Nachweisen und Verwaltungsaufgaben. Bürokratieabbau ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass unsere Betriebe auch künftig wettbewerbsfähig bleiben und genügend Zeit für ihre Kunden und die Ausbildung junger Menschen haben.“ - Markus Märtens, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft MK.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist im Märkischen Kreis bereits gemacht: Der Kreis hat das Bundesportal „einfachmachen" in sein Serviceportal eingebunden – Bürger und Unternehmen können bürokratische Hürden damit direkt online melden.

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Arbeitskreis soll konkrete Vorschläge erarbeiten

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Die Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis will die Ergebnisse der Umfrage nun in konkrete Handlungsempfehlungen überführen. Dafür soll ein Arbeitskreis eingerichtet werden, in dem Vertreterinnen und Vertreter der Innungsfachbetriebe die Problemfelder weiter vertiefen und Lösungsvorschläge entwickeln. Diese sollen anschließend in Gespräche mit Politik, Verwaltung und weiteren Entscheidungsträgern eingebracht werden. Nach Angaben der Kreishandwerkerschaft wurden die Ergebnisse außerdem bereits an Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten und Medien sowie Amtschef der Staatskanzlei NRW, übermittelt. Die Kreishandwerkerschaft mit Geschäftsstellen in Iserlohn und Lüdenscheid vertritt nach eigenen Angaben 23 Innungen mit rund 1.000 Innungsfachbetrieben.

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