
Eissporthalle Iserlohn: Sanierung bis 90 Millionen Euro
Die Sanierung der Eissporthalle am Seilersee in Iserlohn soll zwischen 85 und 90 Millionen Euro kosten – das ergibt eine Machbarkeitsstudie von Stadt, Roosters und Bädergesellschaft. Details bleiben vorerst unter Verschluss und sollen erst im November in einer wahrscheinlich nicht-öffentlichen Sitzung besprochen werden. Stadt Iserlohn, die Bädergesellschaft und die Iserlohn Roosters hatten die Studie gemeinsam in Auftrag gegeben. Die Maßnahmen sollen in fünf Schritten über einen Zeitraum von zehn Jahren umgesetzt werden – und das im laufenden Betrieb. Offenbar ist dabei auch eine zweite Eisfläche geplant. Die Zuschauerkapazität soll demnach auf rund 6.000 bis 6.500 Plätze steigen. Entwickelt wurde die Studie von einem Architekturbüro aus Villingen-Schwenningen, das unter anderem die Helios-Arena und die Modernisierung des Curt-Frenzel-Stadions in Augsburg geplant hat.
Wir berichteten bereits im Juli 2025, als Neubau vom Tisch war und die Sanierung beschlossen wurde.
Geheimhaltung in Iserlohn: Kommunikationsrichtlinie für alle Beteiligten
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden überraschend nicht öffentlich gemacht. Stattdessen sollen sie im Rahmen der nächsten Sportausschusssitzung im November besprochen werden – voraussichtlich sogar in nicht-öffentlicher Sitzung. Auch der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung soll das Thema behandeln. Stadt und Bädergesellschaft haben eine eigene Kommunikationsrichtlinie herausgegeben. Sie legt allen Beteiligten – politischen Vertretern wie Mitarbeitern – vor, was sie sagen dürfen und was nicht. Die Studie wurde dem Aufsichtsrat der Stadtwerke bereits vorgestellt. In einem Schreiben, das Radio MK vorliegt, heißt es, es bleibe das Ziel, eine nachhaltige und tragfähige Perspektive für den Eissport zu entwickeln.
Offene Finanzierung und gescheiterter Förderantrag in Iserlohn
Wie die Sanierungssumme von bis zu 90 Millionen Euro finanziert werden soll, ist bislang vollkommen offen. Erschwerend kommt hinzu: Ein Förderantrag für die sogenannte Sportmilliarde des Bundes wurde falsch ausgefüllt. Damit hat die Stadt Iserlohn die Chance auf rund neun Millionen Euro Bundesförderung verpasst. Noch immer ist nicht offiziell geklärt, wer bei der Stadtverwaltung den Fehler zu verantworten hat. Radio MK hatte zuletzt berichtet, dass die Stadtverwaltung bereits im Januar auf mögliche Fehler im Förderantrag hingewiesen worden war. Zum Jahresende dürfte die Diskussion um die Eissporthalle noch einmal deutlich an Fahrt aufnehmen.