
Umfrage unter mehr als 1.200 Betrieben in Südwestfalen
Die südwestfälische Wirtschaft tritt auf der Stelle. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Siegen und Hagen. Ende September wurden dafür über 1.250 Unternehmen mit mehr als 100.000 Beschäftigten befragt. Zwar bewerten knapp ein Fünftel der Betriebe ihre aktuelle Lage als gut, doch planen viele Firmen für die kommenden Monate weniger Investitionen und rechnen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen.
Geschäftslage leicht verbessert - aber Zukunftserwartungen bleiben negativ
Für den Wirtschaftsstandort bedeutet diese andauernde Flaute laut den Industrie- und Handelskammern eine ernsthafte Gefahr. Die Region verliere schleichend an Substanz, wenn Investitionen über längere Zeit ausbleiben. Besonders die Industrie steht unter Druck: Da die Exporterwartungen schwächeln und die Kosten steigen, erwägt aktuell jedes fünfte Industrieunternehmen, Standorte ganz oder teilweise zu verlagern. Die Kammern fordern deshalb einen sofortigen Abbau von Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Betriebe wieder sicher planen können.
Hohe Energiepreise und Bürokratie belasten Unternehmen stark
Die größten Hürden für die Unternehmen sind nach wie vor die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die von 75 Prozent der Befragten als Hauptrisiko genannt werden. Auch die hohen Arbeitskosten und die schwache Inlandsnachfrage machen der Wirtschaft zu schaffen. Viele Betriebe kritisieren zudem, dass die von der Bundesregierung angekündigten Reformen im Arbeitsalltag bisher kaum zu spüren sind.
Einzelhandel leidet besonders
Ein Blick auf die einzelnen Branchen in der Region zeigt deutliche Unterschiede. Während das Baugewerbe und der Dienstleistungssektor ihre aktuelle Lage überwiegend positiv einschätzen, steht der Einzelhandel massiv unter Druck. Hier bewerten 43 Prozent der Händler ihre Geschäfte als schlecht. In keiner anderen Branche in Südwestfalen ist die Stimmung derzeit so gedrückt.