
IG Metall streikt im Märkischen Kreis - vier Betriebe betroffen
Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist in die heiße Phase eingetreten. Seit dem 1. November ist die Friedenspflicht abgelaufen. Bundesweit ruft die IG Metall zu Warnstreiks auf – auch im Märkischen Kreis. Am heutigen Montag, 2. November, starten die märkischen Metaller mit Arbeitsniederlegungen an vier Standorten. Um 8 Uhr beginnen die Frühschichten von Kirchhoff Witte in Iserlohn-Sümmern und HME Copper Germany in Menden gemeinsam vor dem Kirchhoff-Werksgelände in Sümmern. Um 12 Uhr legt die Grohe AG in Hemer vor der Werkseinfahrt nach. Um 13 Uhr folgt das Sundwiger Messingwerk, ebenfalls in Hemer. Die Kundgebungen finden jeweils vor den Werkseinfahrten statt.
Was die IG Metall fordert
Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Fabian Ferber, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, begründet die Notwendigkeit der Arbeitskampfmaßnahmen: Die Arbeitgeberverbände hätten seit dem Spätsommer von der Forderung gewusst. Zur ersten Verhandlungsrunde sei kein Angebot vorgelegt worden. Auch beim zuletzt stattgefundenen Treffen der Tarifparteien seien die Erwartungen der Beschäftigten nicht annähernd erfüllt worden. Laut Ferber soll es im kommenden Jahr keine Entgelterhöhung geben, eine Einmalzahlung 2027 sei zudem an Gewinnmargen der Unternehmen geknüpft.
„Die Inflationsrate lag im September bei 3,3 Prozent. Das Leben ist in den letzten Jahren teurer geworden. Wer jeden Tag fleißig zur Arbeit geht, soll sich auch in Zukunft ein normales Leben leisten können." - Fabian Ferber, Erster Bevollmächtigter IG Metall Märkischer Kreis
Gewerkschaft warnt vor Abbau tariflicher Errungenschaften
Die IG Metall geht es in dieser Tarifrunde nicht nur um Entgelt. Ferber verweist auf Bestrebungen von Arbeitgeberverbänden, tarifliche Errungenschaften infrage zu stellen. Dazu zählten mögliche Kürzungen beim Weihnachtsgeld, Forderungen nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich sowie weniger Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte. Sollten die Arbeitgeberverbände nicht nennenswert entgegenkommen, werde die IG Metall die Eskalation weiter verschärfen, so Ferber.
IG Metall ruft in ganz NRW zum Streik auf
Damit reihen sich die märkischen Metaller in eine landesweite Streikwelle ein. In ganz Nordrhein-Westfalen sind heute rund 100.000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. Seit gestern Abend stehen bereits die ersten Bänder in NRW-Betrieben still.