
Volksleiden Rücken: So krank ist der Märkische Kreis
Rückenschmerzen sorgen im Märkischen Kreis für enorm hohe Krankenstände: Allein bei den Versicherten der AOK NordWest fielen 2025 mehr als 264.000 Arbeitstage aus. Zum Tag der Rückengesundheit am 15. März empfiehlt die AOK vor allem eines - mehr Bewegung.
Veröffentlicht: Freitag, 13.03.2026 15:57
264.000 Fehltage wegen Rückenschmerzen im Märkischen Kreis
Rückenbeschwerden sind im Märkischen Kreis weiterhin ein massives Gesundheitsproblem. Laut einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest verursachten Rückenschmerzen im Jahr 2025 allein bei den AOK-Versicherten im Kreis insgesamt 264.284 Fehltage. Rund 166.100 Menschen im Märkischen Kreis befinden sich wegen Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung - das entspricht 40,1 Prozent der Bevölkerung. Die Krankheitshäufigkeit steigt in Westfalen-Lippe mit zunehmendem Alter deutlich an. In fast allen Altersgruppen sind Frauen stärker betroffen als Männer.
„Rückenbeschwerden gehören zu den größten Gesundheitsproblemen. Sie schränken die Lebensqualität vieler Menschen stark ein. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, hilft nachweislich regelmäßige körperliche Aktivität." - Dirk Schneider, AOK-Serviceregionsleiter
Bereits 2019 lag die Zahl der Ausfalltage durch Rückenschmerzen im Märkischen Kreis laut AOK bei rund 135.000 Tagen. Seitdem haben sich die Fehltage aufgrund von Rückenbeschwerden also fast verdoppelt.
Risikofaktoren Rücken: Nicht nur körperliche Belastung
Neben dem Alter spielen verschiedene Faktoren eine Rolle bei der Entstehung oder Chronifizierung von Rückenschmerzen. Laut der "Nationalen VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz" (NVL) zählen dazu häufig auch psychosoziale Faktoren wie Depressionen, Stress oder ausgeprägtes Schonverhalten bei Schmerzen. Ebenso können arbeitsplatzbezogene Belastungen wie einseitige Körperhaltung, schwere körperliche Arbeit, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder Mobbing Rückenschmerzen begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, geringe körperliche Kondition, Alkoholkonsum und Übergewicht.
Bewegung statt Schonung - AOK gibt Tipps gegen Rückenschmerzen
Langes Sitzen in gleicher Position und ungünstige Arbeitsplatzverhältnisse beanspruchen den Rücken massiv. Viele Betroffene reagieren mit Schonung - doch genau das sei häufig der falsche Weg, warnt die AOK NordWest. Die beste Präventionsmaßnahme gegen Rückenschmerzen sei regelmäßige körperliche Aktivität. Sie beuge nachweislich der Entstehung und Chronifizierung von Rückenschmerzen vor.
„Bei vielen Menschen besteht der erste Reflex bei Rückenschmerzen darin, sich ins Bett zu legen und darauf zu warten, dass es wieder besser wird. Doch eine derartige Schonung schwächt in vielen Fällen die Muskeln nur noch weiter und die Patientinnen und Patienten geraten leicht in einen Teufelskreis aus Schmerz, Verspannung und Schonhaltung." - Dirk Schneider, AOK-Serviceregionsleiter
Kostenloses Rückentraining auch für Nicht-Versicherte
Die AOK NordWest bietet im Rahmen ihrer Kampagne „Gesunder Rücken - stark fürs Leben" ein kostenloses Online-Trainingsprogramm an. Der sogenannte AOK-Rückentrainer umfasst ein sechswöchiges Programm mit jeweils zwei Trainingstagen pro Woche. Per Video werden verschiedene Übungen gezeigt, die sich ohne Hilfsmittel in den Alltag integrieren lassen. Das Angebot steht unter aok.de/rueckentrainer auch Nicht-Versicherten kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt die AOK NordWest ihre Versicherten mit individueller Bewegungsberatung und Kursangeboten - sowohl online als auch in Präsenz vor Ort.