
Umleitungsstrecken der A45 werden saniert
Das Sonderprogramm Straßeninfrastruktur Südwestfalen geht in die nächste Runde. Rund 100 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Sanierung von 124 Straßenabschnitten im Märkischen Kreis und der Region.
Veröffentlicht: Donnerstag, 12.03.2026 05:55
Sonderprogramm für Südwestfalens Straßen
Die Sperrung der A45-Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid im Dezember 2021 hat den Verkehr über Jahre auf Bundes- und Landesstraßen verlagert. Rund 470 Kilometer Strecke wurden dadurch deutlich stärker belastet als vorgesehen. Straßen.NRW hat deshalb gemeinsam mit dem NRW-Verkehrsministerium das Sonderprogramm Straßeninfrastruktur Südwestfalen aufgelegt. Es umfasst insgesamt 124 sanierungsbedürftige Straßenabschnitte, die innerhalb von zehn Jahren für rund 100 Millionen Euro erneuert werden sollen. Über den aktuellen Stand wurde am Dienstag (11.03.) im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umwelt und Planung im Lüdenscheider Kreishaus informiert. Markus Beule, Projektleiter bei Straßen.NRW, stellte das Programm den Politikern vor und warb um eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde des Märkischen Kreises.
Rund 30 Prozent der Maßnahmen laufen
Das Sonderprogramm kommt planmäßig voran. Mehr als 30 Prozent der Maßnahmen sind bereits abgeschlossen oder in Bearbeitung. Im Detail bedeutet das: 14 Abschnitte sind vollständig fertig, fünf weitere teilweise abgeschlossen. Sechs Abschnitte befinden sich aktuell in der Ausführung und 14 weitere in konkreter Vorbereitung. Wo es mit wenig Aufwand möglich ist, sollen im Rahmen der Sanierungen auch Radwege eingeplant werden. Außerdem nimmt Straßen.NRW parallel die Erneuerung von Brücken in den Fokus - zehn Brücken im Märkischen Kreis müssen kurz- bis mittelfristig saniert werden, dazu kommen rund 40 Stützbauwerke.
Diese Straßen werden 2026 saniert
Für mehrere Projekte liegen bereits konkrete Zeitpläne für dieses Jahr vor. Im Sommer 2026 soll die Sanierung der L528 zwischen Breckerfeld-Branten und Breckerfeld-Königsheide auf 3,6 Kilometern beginnen. Ebenfalls im Sommer startet die Deckensanierung der L539 zwischen Meinerzhagen und Hösinghausen auf 4,8 Kilometern - dort entsteht parallel ein neuer Rad- und Gehweg. In Plettenberg führt die Stadt im Auftrag von Straßen.NRW die Sanierung der L697 durch, Baubeginn ist im Spätsommer. Auf der B236 zwischen Altena und Werdohl wird voraussichtlich im Sommer auf zwei Kilometern saniert, die Hauptarbeiten finden an Wochenenden unter Vollsperrung statt. Weitere Maßnahmen sind für die B237 in Kierspe (Baubeginn Herbst), die B515 zwischen Menden und Lendringsen (Baubeginn Herbst) sowie die L700 und L702 in Ennepetal und zwischen Ennepetal und Hagen geplant.
Klimafreundlicher Asphalt in Menden
Auf der B515 zwischen Menden und Menden-Lendringsen wird erstmals sogenannter Niedrigtemperaturasphalt eingesetzt. Diese besondere Asphaltart wird bei niedrigeren Temperaturen hergestellt als herkömmlicher Straßenbelag und gilt als klimafreundlicher. Die Strecke dient damit zugleich als Erprobungsmaßnahme für innovative Bauverfahren. Die Sanierung erfolgt auf 2,2 Kilometern in zwei Bauabschnitten unter halbseitiger Verkehrsführung mit Einbahnstraßenregelung. Der Baubeginn ist für den Herbst vorgesehen. Straßen.NRW will damit neue Wege im umweltfreundlicheren Straßenbau testen.
Starkregen-Frühwarnsystem kurz vor dem Start
Neben der Straßensanierung ging es im Ausschuss auch um den Schutz vor Starkregen. Das geplante interkommunale Starkregen-Frühwarnsystem für den Märkischen Kreis steht kurz vor der Einführung, wie Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper berichtete. Alle 15 Städte und Gemeinden im Kreis haben dafür bereits eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Das System soll Feuerwehren und Rettungskräften bei Starkregen genauere Informationen zu betroffenen Gebieten liefern und präzisere Alarmierungen ermöglichen. Es basiert auf Gewässerpegeln und einer lernenden KI-Software, die mit Bodenfeuchtesensoren und aktuellen Wetterdaten arbeitet. Die Kommunen finanzieren die Gewässerpegel, der Kreis übernimmt die Kosten für die KI-Software. Zwar konnten keine Landesfördermittel erschlossen werden, dafür lag der gefundene Anbieter preislich deutlich unter dem bisherigen Kostenrahmen, sodass das Projekt mit Eigenmitteln umgesetzt werden kann.