
Reinigungskräfte im Märkischen Kreis betroffen
Im Märkischen Kreis arbeiten nach Angaben der IG BAU rund 3.530 Menschen in der Gebäudereinigung. Dazu kommen demnach 57 Gebäudereinigungsunternehmen in der Region. Die Gewerkschaft macht darauf aufmerksam, dass viele Beschäftigte bislang vergeblich auf ein deutliches Lohn-Plus warten. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen in der Branche. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd wirft den Arbeitgebern vor, in den Gesprächen kein ausreichendes Angebot vorzulegen.
IG BAU fordert zwei Euro mehr pro Stunde
Nach Angaben der Gewerkschaft fordert die IG BAU zwei Euro mehr pro Arbeitsstunde. Dann würde der Stundenlohn für Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger bei 17 Euro liegen. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber reicht aus Sicht der Gewerkschaft nicht aus. Friedhelm Kreft von der IG BAU Westfalen Mitte-Süd spricht von einer zu geringen Erhöhung, die aus seiner Sicht nicht einmal die Inflation ausgleiche. Besonders mit Blick auf die körperlich anstrengende Arbeit und frühe Arbeitszeiten sei das für viele Beschäftigte nicht akzeptabel.
„Für 40 Cent mehr stellt keine Gebäudereinigerin im Märkischen Kreis für 3 Uhr morgens noch den Wecker.“ - Friedhelm Kreft, IG BAU Westfalen Mitte-Süd
Nächste Tarifrunde Anfang November
Die nächste Verhandlungsrunde steht laut IG BAU am Dienstag, 3. November, an. Dann kommen die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks erneut zu Tarifgesprächen zusammen. Die Gewerkschaft warnt davor, dass viele Beschäftigte bei weiter ausbleibenden Verbesserungen die Branche verlassen könnten. Gerade weil Personal in der Gebäudereinigung knapp sei, könne das für die Betriebe zum Problem werden. Die IG BAU macht außerdem darauf aufmerksam, dass der gesetzliche Mindestlohn ab Januar auf 14,60 Euro pro Stunde steigen soll, während Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger aktuell nur knapp darüber lägen.
Bedeutung für Beschäftigte im Märkischen Kreis
Aus Sicht der Gewerkschaft geht es in dem Tarifstreit nicht nur um ein paar Cent mehr pro Stunde, sondern um die grundsätzliche Frage, wie attraktiv die Arbeit in der Gebäudereinigung noch ist. Viele Jobs beginnen sehr früh am Morgen und sind körperlich belastend. Die IG BAU befürchtet deshalb, dass Beschäftigte sich nach anderen Tätigkeiten umsehen, wenn sich die Bezahlung kaum vom gesetzlichen Mindestlohn abhebt. Für die Unternehmen im Märkischen Kreis könnte es dadurch schwieriger werden, offene Stellen zu besetzen. Wie die Verhandlungen ausgehen, dürfte sich in der kommenden Tarifrunde zeigen.