Anzeige
Talsperren im MK: Warnung vor Kälteschock
© Listertalsperre Hunswinkel/Stadt Meinerzhagen
Teilen:

Talsperren im MK: Warnung vor Kälteschock

Viele Menschen zieht es bei der aktuellen Hitze an die Talsperren im Märkischen Kreis. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe warnt aber davor, überhitzt und unüberlegt ins Wasser zu springen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 24.06.2026 05:11

Anzeige

Badegefahr an Talsperren im Märkischen Kreis

Anzeige

An den Badestellen etwa an der Glör-, Lister-, Oester- oder Sorpetalsperre ist in diesen heißen Tagen viel los. Viele Menschen suchen dort Abkühlung, wenn die Temperaturen steigen. Nach Angaben der Ärztekammer Westfalen-Lippe kann genau das aber gefährlich werden, wenn jemand stark erhitzt direkt ins kalte Wasser springt - auch, wenn es wärmer als 20 Grad ist. Der plötzliche Kältereiz kann den Kreislauf stark belasten. In schweren Fällen drohen Muskelkrämpfe, Panikreaktionen oder sogar Bewusstlosigkeit.

Anzeige
„Wer stark erhitzt ins Wasser springt, setzt seinen Körper einem erheblichen Kältereiz aus. Das kann zu Kreislaufversagen, Panikreaktionen oder Bewusstlosigkeit führen. Im Wasser bleibt dafür kaum Zeit“ - Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Anzeige

145 tödliche Badeunfälle in NRW

Anzeige

Die Ärztekammer verweist auf Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG. Demnach sind in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen drei Jahren 145 Menschen in unbewachten und ungesicherten Binnengewässern ums Leben gekommen. Genannt werden 47 Todesfälle im Jahr 2023, 54 im Jahr 2024 und 44 im vergangenen Jahr. Die Kammer warnt deshalb besonders vor dem Baden in Flüssen, Kanälen und unbewachten Seen. Dort sei Hilfe im Notfall oft nicht sofort verfügbar.

Anzeige

Kinder im Wasser besonders schützen

Anzeige

Die Ärztekammer sieht außerdem ein weiteres Problem: Immer mehr Kinder können nach ihrer Einschätzung nicht sicher schwimmen. Als Gründe nennt sie fehlende oder geschlossene Schwimmbäder, sanierungsbedürftige Anlagen, ausfallenden Schwimmunterricht und zu wenige Angebote in Schulen und Vereinen. Gerade Kinder und Jugendliche überschätzten im Wasser oft ihre eigenen Fähigkeiten. Deshalb rät die Kammer Eltern, Kinder am und im Wasser nie unbeaufsichtigt zu lassen.

„Schwimmen zu können ist keine Freizeitfrage, sondern eine Frage der Gesundheit und Sicherheit“ - Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Anzeige

Worauf Badegäste jetzt achten sollten

Anzeige

Nach Angaben der Ärztekammer steigt das Risiko bei Hitze zusätzlich durch Flüssigkeitsverlust, starke Sonneneinstrahlung und Erschöpfung. Alkohol, Drogen oder riskantes Verhalten können die Gefahr weiter erhöhen. Dazu kommen mögliche Risiken im Wasser selbst, etwa Untiefen, Gegenstände im Wasser, plötzliche Tiefenwechsel oder schlechte Sicht. In Flüssen und Kanälen können außerdem Strömungen, Sogwirkungen, Schiffsverkehr und steile Ufer lebensgefährlich werden. Die Ärztekammer rät deshalb, nur an bewachten Badestellen zu baden, Warnhinweise zu beachten und den Körper vor dem Schwimmen langsam abzukühlen.

„Im Notfall sofort den Notruf 112 wählen und Hilfe holen, ohne sich selbst zu gefährden. Baden soll Freude machen und gesund sein. Dafür braucht es aber Vorsicht, Aufsicht und Schwimmfähigkeit“ - Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Anzeige
Anzeige
Anzeige