
Cyberangriff auf Südwestfalen-IT bleibt unaufgeklärt
Die Suche nach den Verantwortlichen für den Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT (SIT) ist beendet. Laut WDR-Informationen hat die Generalstaatsanwaltschaft Köln das Verfahren eingestellt. Es gebe keine erfolgversprechenden Ermittlungsansätze mehr. Hinter dem Angriff soll die Hackergruppe „Akira" stecken. Weiteres konnte laut Ermittlern jedoch nicht geklärt werden. Cyber-Security-Experten sprechen von einer "kritischen Sicherheitslücke", die es den Angreifern ermöglichte, den Netzwerk-Zugang der SIT zu infiltrieren.
Rathäuser im Märkischen Kreis monatelang lahmgelegt
Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT wurde im Oktober 2023 von Hackern angegriffen. Um die Weiterverbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wurden die Verbindungen des Rechenzentrums zu allen Verbandskommunen gekappt. Auch der Märkische Kreis war lange Zeit von den Folgen betroffen. Bei dem Angriff waren tausende Computer in Rathäusern und Kreisverwaltungen lahmgelegt worden. Viele Verwaltungsleistungen konnten damals wochen- oder monatelang nur eingeschränkt angeboten werden. Betroffen waren unter anderem Kfz-Zulassungen sowie die Ausstellung von Urkunden. Viele Dienste waren erst nach mehreren Monaten wieder verfügbar.
Kommunen rüsten IT-Sicherheit auf
Viele Kommunen in Südwestfalen haben seitdem ihre IT-Sicherheit verstärkt und zusätzliches Personal eingestellt. Der Angriff hat in mehreren Kommunen Schäden in Höhe von mindestens 2,8 Millionen Euro verursacht. Es gab erste personelle Konsequenzen im Unternehmen: Ein ehemaliger Geschäftsführer wurde gekündigt, und gegen eine weitere Führungskraft lief ein Disziplinarverfahren. Elf Monate nach dem Cyberangriff war der kommunale IT-Dienstleister wieder weitgehend im Normalbetrieb – Geschäftsführer Mirco Pinske gab damals bekannt, dass 98 Prozent der priorisierten technischen Dienstleistungen wiederhergestellt waren.
Über die Südwestfalen-IT
Die Südwestfalen-IT (SIT) ist ein kommunaler IT-Dienstleister mit Sitz in Hemer und Siegen. Der Zweckverband betreut die IT-Infrastruktur zahlreicher Kommunen und Kreisverwaltungen in der Region Südwestfalen. Dazu gehören unter anderem digitale Verwaltungsleistungen, die Bereitstellung von Fachverfahren und der Betrieb zentraler Rechenzentren.