
Streit um Olympia-Helm erreicht den Märkischen Kreis
Der Streit um den Gedenkhelm des ukrainischen Skeletonfahrers Heraskewytsch sorgt auch im Märkischen Kreis für Diskussionen. Die Iserlohner SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk kritisiert die Entscheidung des IOC scharf.
Veröffentlicht: Donnerstag, 12.02.2026 07:51
Gedenkhelm sorgt für Debatte in Iserlohn
Im Märkischen Kreis wird aktuell intensiv über die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) diskutiert. Das hat den ukrainischen Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch disqualifiziert. Denn er wollte eine besonderen Helm tragen, der die Portraits von im Ukraine-Krieg gefallenen ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern zeigt - als Zeichen des Gedenkens. Das IOC berief sich auf seine Neutralitätsregeln. Die verbieten politische Botschaften im Wettkampf. Diese Entscheidung stößt auch bei vielen Menschen in Iserlohn und Umgebung auf Unverständnis und löst eine breite Debatte über Empathie und Neutralität im internationalen Sport aus.
Bettina Lugk aus Iserlohn übt scharfe Kritik
Die Iserlohner SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk, zugleich sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, äußert deutliche Kritik am Vorgehen des IOC. Nach ihrer Auffassung stand beim Helm von Heraskewytsch das Gedenken an die gefallenen Sportkameradinnen und Sportkameraden im Vordergrund - und nicht eine politische Botschaft. Lugk betont, dass der Helm vor allem für die Opfer des Krieges stehe und die Neutralitätsregeln zwar wichtig seien, aber "nicht zu einer Empathie-Lücke im Sport" führen dürften. Sie fordert einen sensibleren Umgang mit Symbolen im internationalen Sport und warnt davor, menschliche Anteilnahme hinter formalen Vorgaben zurückzustellen.
Balance zwischen Neutralität und Gedenken im Märkischen Kreis
Der Fall zeigt nach Ansicht von Lugk, wie schwierig die Balance zwischen politischer Neutralität und gesellschaftlicher Realität im Sport ist. Sie erklärt, dass im internationalen Sport nahezu jedes Symbol politisch interpretiert werden könne, je nach Perspektive der Betrachtenden. Dennoch sei nicht jede Form des Gedenkens automatisch eine politische Aktion. Die Entscheidung des IOC wird im Märkischen Kreis als Beispiel dafür gesehen, wie wichtig es ist, Empathie und Menschlichkeit auch im sportlichen Umfeld zu bewahren. Gedenken sei zunächst ein menschlicher Akt, und die politische Dimension werde oft stärker von außen zugeschrieben als von den Athletinnen und Athleten selbst.