
Oestricher Bach: Einsturz im Herbst 2025 machte Neubau nötig
Im Herbst 2025 ergab eine statische Untersuchung der Gewässerverrohrung des Oestricher Baches einen partiellen Einsturz. Die Schäden machten einen vollständigen Neubau des Bauwerks notwendig. Der Parkplatz „An Pater und Nonne" wurde daraufhin gesperrt - die Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion des vorhandenen Kastenprofils war nicht mehr gewährleistet. Sowohl die Prüfstatikerin als auch die Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises ordneten an, das Bauwerk sofort zu entlasten. Mehr zur damaligen Sperrung liest du hier. Seit Mitte Mai 2026 laufen nun die Sanierungsarbeiten an der Lenne.
Bergmännisches Verfahren: Handarbeit im Untergrund
Der Stollenvortrieb erfolgt in klassischer bergmännischer Bauweise - einem Verfahren, das heute nur noch selten zum Einsatz kommt. Der Stollen ist mittlerweile rund zehn Meter lang und wächst Stück für Stück weiter in den Baugrund. Die Arbeiten erfordern aufwendige Handarbeit und technisches Know-how. Das Verfahren spielt unter den gegebenen Bedingungen an der Lenne seine besonderen Stärken aus. Wer den Stollen betritt, fühlt sich eher an ein Bergwerk als an eine gewöhnliche Tiefbaubaustelle erinnert.
Technik und Sicherung: So entsteht der Stollen in Iserlohn
Die Stollensicherung besteht aus Schwellen, statisch bemessenen Stahlbögen und Holzverzug. Die einzeln angepassten Hölzer werden in präziser Handarbeit Stück für Stück zwischen Baugrund und Stahlbögen eingebracht und sichern den Boden unmittelbar nach dem Vortrieb. Ein elektrisch betriebener Kleinbagger unterstützt den Rückbau des Altbetons direkt im Stollen. Das anfallende Material - Boden und Betonbruch - wird über Loren aus dem Stollen transportiert und mit einem Kran aus der Baugrube gehoben. Über denselben Weg werden später auch die neuen Bauteile eingebracht.
Neues Kreisprofil aus glasfaserverstärktem Kunststoff
Parallel zum Vortrieb wird das bestehende Beton-Kastenprofil abschnittsweise zurückgebaut. Die Arbeiten erfolgen behutsam, um den umgebenden Boden nicht zu beeinträchtigen. An Stelle des bisherigen Kastenprofils wird ein neues Kreisprofil eingebaut. Das neue Rohr besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Alle Maßnahmen wurden im Vorfeld mit der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises abgestimmt.

