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Steuerverschwendung in Lüdenscheid: Mauersanierung im Schwarzbuch
© Stadt Lüdenscheid, Sven Helmig
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Steuerverschwendung in Lüdenscheid: Mauersanierung im Schwarzbuch

Eine Mauer, die laut Stadt gar nicht nötig war – und trotzdem 335.000 Euro kostete. Lüdenscheid steht deshalb jetzt im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

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Kostenexplosion: Lüdenscheider Mauer landet im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds

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Jedes Jahr veröffentlicht der Bund der Steuerzahler sein Schwarzbuch. Darin dokumentiert er Fälle, in denen öffentliche Gelder aus seiner Sicht verschwendet wurden. Das Schwarzbuch erscheint seit 1973 und gilt als eine der bekanntesten Publikationen zur Kontrolle öffentlicher Ausgaben in Deutschland. In der aktuellen Ausgabe 2026 ist auch Lüdenscheid vertreten. Der Steuerzahlerbund hat die Sanierung einer Mauer an der Ecke Parkstraße/Winkhauser Straße als Beispiel für Steuerverschwendung aufgenommen. Besonders brisant: Die ursprüngliche Kostenschätzung aus dem Jahr 2022 hatte bei 140.000 Euro gelegen – am Ende kostete die Sanierung laut Steuerzahlerbund 335.000 Euro, mehr als doppelt so viel. Und das in einer Stadt, die ein Haushaltssicherungskonzept hatte.

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Wie aus 140.000 Euro mehr als 335.000 Euro wurden

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Die Mauer an der Ecke Parkstraße/Winkhauser Straße bröckelte seit Mitte 2021 sichtbar vor sich hin. Die genauere Planung begann ab Herbst 2023 – und die Kosten wurden zweimal nach oben korrigiert. Gebaut wurde schließlich ab Oktober 2025. Ein zentrales Problem war eine Unklarheit beim Denkmalschutz. Die Untere Denkmalbehörde hatte zunächst erklärt, Mauer und Park seien denkmalgeschützt und müssten originalgetreu wiederhergestellt werden. Später stellte sich heraus: Nur das angrenzende Gebäude war denkmalgeschützt. Für Mauer und Park galt lediglich ein Umgebungsschutz. Die Stadt hatte nicht rechtzeitig geklärt, was das für das Projekt bedeutete. Dabei hatte die Stadt selbst bestätigt: Die Mauer war kein Muss, sondern nur ein gestalterisches Mittel.

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Planungspanne verteuerte das Projekt zusätzlich

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Eine weitere Planungspanne trieb die Kosten zusätzlich in die Höhe. Eigentlich sollten der barrierefreie Ausbau zweier Bushaltestellen und die Mauersanierung kombiniert werden. Das funktionierte zeitlich nicht, weil das Mauerprojekt dem Stadtrat zweimal zur Nachbewilligung vorgelegt werden musste. Eine weitere Sperrung der Winkhauser Straße wollte die Stadt den Anwohnern nicht zumuten. Das Baufeld für die ausführende Firma verengte sich dadurch, was laut Stadt zu einem „logistischen Mehraufwand und einer kleinteiligeren Herstellung der Stützwand als ursprünglich angenommen“ geführt hatte. Welche Mehrkosten dadurch genau entstanden, konnte die Stadt nicht beziffern. Der Bund der Steuerzahler kritisierte die schlechte Abstimmung der Baustellen als ebenso wenig vermittelbar wie die Kostenexplosion selbst. Positiv wertete er, dass die Stadt im Nachgang eine Fehleranalyse durchgeführt hatte, die Pannen bei künftigen Bauprojekten verhindern solle.

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