
Soundstation zur Rahmedetalbrücke: Lüdenscheider Erinnerungen werden hörbar
Die Rahmedetalbrücke hat Lüdenscheid über Jahre geprägt. Die Sperrung, die Sanierung und die damit verbundenen Veränderungen im Alltag haben bei vielen Menschen ganz persönliche Erinnerungen hinterlassen. Doch was bleibt von diesen Erlebnissen, wenn die Brücke irgendwann wieder ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehört? Eine neue Soundstation soll diesen Erinnerungen eine Stimme geben.
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Ein altes Telefon erzählt die Geschichten der Rahmedetalbrücke
Die Idee stammt von Benedikt Müller vom Stadtmuseum Lüdenscheid. Für die Ausstellung zur Sanierung der Rahmedetalbrücke entstand eine ungewöhnliche Möglichkeit, persönliche Erfahrungen festzuhalten: ein altes Telefon der Bundesbahn wurde zu einer modernen Soundstation umgebaut. Besucherinnen und Besucher konnten den Hörer abnehmen und ihre eigenen Geschichten, Gedanken und Erlebnisse rund um die Rahmedetalbrücke erzählen. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, sich die Aufnahmen anderer Menschen anzuhören. So entstand ein persönliches akustisches Archiv der Zeit, in der die Brückensanierung den Alltag in Lüdenscheid maßgeblich beeinflusste.
Ich finds sehr wichtig, dass wir uns immer bewusst machen, dass wir alle Zeitzeugen von wichtigen Ereignissen sind, über die wir auch noch in 30/40 Jahren sprechen werden. - Benedikt Müller, Stadtmuseum Lüdenscheid
Soundstation soll auch nach der Ausstellung weiterleben
Die Soundstation wurde mithilfe des Geschichts- und Heimatvereins realisiert und im Rahmen der Ausstellung zur Sanierung der Rahmedetalbrücke eingesetzt. Die Ausstellung ist inzwischen beendet. Die Soundstation soll jedoch nicht im Museum verschwinden. Sie kann auch künftig bei Veranstaltungen und weiteren Ausstellungen eingesetzt werden. Dann muss es natürlich nicht mehr um die Rahmedetalbrücke gehen. Das Prinzip bleibt aber dasselbe: Menschen erzählen ihre persönlichen Geschichten, Erinnerungen und Erfahrungen – und machen sie damit für die Zukunft hörbar.
Die persönliche Seite der Brückensanierung
Für viele Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider war die Rahmedetalbrücke weit mehr als ein Bauwerk. Die Sperrung brachte Umwege, Staus und Veränderungen im täglichen Leben mit sich. Jeder Mensch hat dabei seine eigene Geschichte erlebt. Ein paar Ausschnitte davon, könnt ihr euch hier anhören:
Genau diese persönliche Perspektive macht die Soundstation besonders. Statt die Sanierung ausschließlich aus historischer oder technischer Sicht zu betrachten, kommen die Menschen selbst zu Wort. Die Besucher können dabei frei entscheiden, was sie erzählen möchten. Gleichzeitig wurde die Soundstation zu einem Ort des Zuhörens: Wer selbst keine Geschichte beitragen wollte, konnte einfach die Erinnerungen anderer Menschen entdecken.

