
So werden Verletzte im Wald schnell gefunden
Wer im Märkischen Kreis im Wald den Notruf 112 wählt, kann im Ernstfall von moderner Handy-Ortung profitieren. Die Kreisleitstelle in Altena-Rosmart nutzt Advanced Mobile Location, um Helfer schneller zum Einsatzort zu schicken.
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 06:42
Notruf im Wald: So arbeitet AML im Märkischen Kreis
Wenn Menschen im Wald stürzen oder sich verlaufen, ist der genaue Standort oft das größte Problem. Genau dafür nutzt die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises in Altena-Rosmart die Technik Advanced Mobile Location, kurz AML. Wird mit dem Smartphone die 112 gewählt, aktiviert das Gerät automatisch unter anderem GPS und WLAN, um den Standort zu bestimmen. Diese Daten werden dann an die Leitstelle übermittelt. Nach Angaben der Kreisverwaltung kann das im Einsatz wertvolle Minuten sparen.
„Für uns bedeutet das vor allem einen enormen Zeitgewinn. Gerade wenn Menschen nicht wissen, wo sie sich befinden, können wir dank AML schnell reagieren und gezielt Hilfe schicken.“ - Stephan Volkmann, Leiter der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises.
Altena-Rosmart: Ortung klappt bei vielen Handyanrufen
Laut Märkischem Kreis werden aktuell bei rund 85 Prozent der Notrufe aus dem Mobilfunknetz verwertbare AML-Daten übertragen. Die Technik ist demnach sowohl auf Android-Smartphones als auch auf iPhones integriert. Eine zusätzliche App muss dafür nicht installiert werden. Die Standortdaten sind laut Kreisverwaltung auf etwa 30 Meter genau. Gerade in unübersichtlichem Gelände wie Waldgebieten kann das ein großer Vorteil für Rettungskräfte sein.
Ein konkreter Fall aus Altena zeigt, wie wichtig das sein kann. Dort war im Februar eine Person im unwegsamen Waldgelände gestürzt und konnte ihren Standort nicht mehr genau benennen. Über den Notruf konnte die Leitstelle den Einsatz trotzdem schneller steuern. Die verletzte Person wurde gefunden und leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Wichtig im Märkischen Kreis: Das eigene Handynetz zählt
Die automatische Standortübermittlung funktioniert nicht in jeder Lage gleich gut. Nach Angaben der Kreisverwaltung klappt AML nur dann zuverlässig, wenn das Smartphone im eigenen Mobilfunknetz eingebucht ist. Ist nur ein Fremdnetz erreichbar, kann der Notruf zwar trotzdem abgesetzt werden. Standortdaten und Telefonnummer werden dann aber nicht automatisch an die Leitstelle übertragen. Das ist vor allem in abgelegenen Waldgebieten ein wichtiger Punkt.
Für Ausflüge in Gebiete mit möglichem Funkloch rät der Märkische Kreis deshalb zu Vorbereitung. Hilfreich können Offline-Karten, eine Kompass-App oder die App what3words sein. Auch die Notruf-App nora oder Smartwatches mit Sturzerkennung können zusätzliche Sicherheit geben. Wer unterwegs ist, sollte außerdem vorhandene Rettungspunkte entlang der Strecke im Blick behalten.
Hilfe auch ohne Netz: Diese Möglichkeiten nennt der Kreis
Selbst ohne klassisches Mobilfunknetz gibt es inzwischen technische Möglichkeiten für Notfälle. Laut Kreisverwaltung können neuere Smartphones, darunter iPhones ab Modell 14 oder aktuelle Google-Pixel-Geräte, über Satellitenverbindungen Notfallmeldungen absetzen und Standortdaten übermitteln. Ein direktes Gespräch mit der Leitstelle ist dabei zwar nicht möglich. Die wichtigsten Informationen können aber trotzdem in die Rettungskette gelangen.
Für Menschen im Märkischen Kreis ist das vor allem bei Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren im Wald ein wichtiges Thema. Die Kreisleitstelle betont mit Blick auf den Fall aus Altena, dass einfache Vorbereitung im Ernstfall entscheidend sein kann. Wer sein Smartphone vorbereitet, Karten offline speichert und im Notfall ruhig bleibt, kann den Einsatzkräften die Arbeit deutlich erleichtern.