
So soll die neue JVA Iserlohn aussehen
Die Justizvollzugsanstalt in Iserlohn-Drüpplingsen wird vollständig abgerissen und durch einen Neubau mit acht Gebäuden ersetzt. Bei einer Anwohner-Informationsveranstaltung hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW die Pläne vorgestellt.
Veröffentlicht: Dienstag, 12.05.2026 07:38
Acht neue Gebäude für 320 Haftplätze in Iserlohn
Die Justizvollzugsanstalt Iserlohn in Drüpplingsen steht vor einem vollständigen Umbau. Die bestehenden Gebäude werden zurückgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Das teilte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) bei einer Informationsveranstaltung am 11. Mai in der Schützenhalle Drüpplingsen mit. Der BLB NRW handelt dabei im Auftrag des NRW-Justizministeriums. Der geplante Neubau umfasst acht dreigeschossige Gebäude mit rund 320 Haftplätzen für weibliche Jugendliche und erwachsene Frauen. Zusätzlich soll mehr Raum für frauenspezifische Therapie- und Ausbildungsprogramme entstehen.
Neue Optik in Drüpplingsen: Klinker statt Waschbeton
Optisch wird sich die JVA Iserlohn deutlich verändern. Statt Fassaden mit Waschbetonplatten und Blechbekleidungen erhalten die neuen Gebäude beige Ziegelsteine und Sichtbetoneinfassungen an den Fenstern. Die Haftmauer wird zur Wohnbebauung hin hell verklinkert, im Süden und Osten aus Sichtbeton bestehen. Auch energetisch setzt der Neubau nach Angaben des BLB NRW auf neue Standards. Die Planung erfolgt nach dem EG40-Standard für energieeffiziente Gebäude. Die Energieversorgung soll ohne fossile Brennstoffe über Wärmepumpen und Geothermie erfolgen. Zusätzlich werden Photovoltaikanlagen auf einer Freifläche, auf den Dächern und auf Carports errichtet. Im Vergleich zum Betrieb der alten JVA sollen so pro Jahr rund 1.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Was sich für Anwohner in Drüpplingsen ändert
Die Interessen der Anwohner in Drüpplingsen sind laut BLB NRW in die Planung eingeflossen. In Arbeitskreisen und Planungsdialogen konnten Anwohner Ideen einbringen. Im Ergebnis wird die neue Haftmauer mit größerem Abstand zu den Grundstücken der Anwohner errichtet und weniger stark beleuchtet. Die Hafthäuser rücken weiter von der Wohnbebauung weg und werden nach Süden ausgerichtet. Auch der Sportplatz und die Parkplätze der Bediensteten werden in den Süden der Anstalt verlegt. Die neue Hafteinrichtung wird mit Videoüberwachung und Sicherheitszäunen ausgestattet, ohne dabei private Bereiche zu erfassen.
Bauarbeiten starten in der zweiten Jahreshälfte
Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Zunächst wird die vorhandene Haftmauer abgebrochen und neu gebaut. Parallel dazu erfolgt die Schadstoffsanierung der bestehenden Gebäude. Danach folgt der vollständige Rückbau und anschließend der Neubau. Für den Bauverkehr wurde ein Verkehrskonzept erarbeitet. Der Bauverkehr soll nur in eine Richtung über die Heide- und Mühlenstraße geführt werden. Während der Arbeiten wird die Staubentwicklung durch Bewässerung der Bauteile eingedämmt. Eine LKW-Reifen-Waschanlage soll verhindern, dass die Straßen verschmutzt werden. Weitere Informationen stellt der BLB NRW auf seiner Webseite bereit.
