
Sieben Wanderfalken-Küken im Märkischen Kreis geschlüpft
Im Märkischen Kreis sind insgesamt sieben Wanderfalken-Küken geschlüpft und sorgen für große Begeisterung beim regionalen Naturschutz. Die ehemals bedrohten Greifvögel fühlen sich in unserer Region wieder heimisch und werden nun mit moderner Kameratechnik überwacht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.04.2026 04:47
Erfolg für den Artenschutz im Märkischen Kreis
Die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises meldet einen bedeutenden Erfolg für die biologische Vielfalt in unserer Region. Insgesamt sieben Wanderfalken-Küken sind im Zeitraum vom 16. bis zum 18. April gesund geschlüpft und werden nun von ihren Eltern versorgt. Wanderfalken gelten als die schnellsten Lebewesen der Erde und können im gezielten Sturzflug Geschwindigkeiten von bis zu 390 Kilometern pro Stunde erreichen. Dass diese ehemals fast verschwundenen Greifvögel hier wieder erfolgreich brüten, ist für Experten ein wichtiges Zeichen für eine intakte Umwelt. Zum Schutz der jungen Vögel und um Störungen zu vermeiden, hält die Behörde die genauen Standorte der Nester streng geheim. In den kommenden Wochen werden zudem weitere bekannte Brutplätze im Kreisgebiet mit Ferngläsern und Spektiven genau auf weiteren Nachwuchs beobachtet.
Moderne Technik überwacht die Kinderstube im MK
Die Entwicklung der kleinen Falken lässt sich in diesem Jahr so detailliert wie nie zuvor verfolgen, was an einer technischen Neuerung liegt. Bereits im Februar 2026 wurden an einem der Nistkästen spezielle Innen- und Außenkameras installiert, um das Geschehen live zu dokumentieren. Diese Kameras stören die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten nicht, ermöglichen der Behörde aber eine lückenlose Verhaltensforschung und Dokumentation der Brutbiologie. So können die Experten genau erfassen, wie groß die Gelege sind und wie hoch die Schlupfrate bei den verschiedenen Paaren ausfällt. Gleichzeitig dienen die installierten Kameras der Prävention, um mögliche Nest-Kriminalität in der Region frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Die Rückkehr der Greifvögel ins Sauerland
Die Geschichte der Wanderfalken im Märkischen Kreis war über Jahrzehnte hinweg von einem dramatischen Rückgang geprägt. Ab dem Jahr 1970 galt die Art in ganz Nordrhein-Westfalen sogar als vollständig ausgestorben, da Umweltgifte und illegale Verfolgung die Bestände vernichtet hatten. Erst zur Jahrtausendwende kam es zu einem entscheidenden Wendepunkt, als im Jahr 2000 die erste künstliche Nisthilfe im Kreisgebiet installiert wurde. Kurze Zeit später gab es die ersten Sichtungen und im Jahr 2002 konnte schließlich die erste erfolgreiche Brut im Märkischen Kreis nachgewiesen werden. Heute haben sich wieder fünf bis sechs feste Brutpaare dauerhaft im Märkischen Sauerland niedergelassen und sichern den Bestand der Art.
Zukunftsaussichten für die jungen Falken
In den nächsten Wochen steht den sieben Küken eine prägende Wachstumsphase bevor, in der sie sich optisch stark verändern werden. Zunächst öffnen die kleinen Vögel ihre Augen und bilden ihr erstes schützendes Gefieder aus, während sie von den Eltern im Wechsel gewärmt werden. Ab dem 20. Lebenstag werden die Küken deutlich aktiver und beginnen mit ersten Eigenbewegungen innerhalb des schützenden Nistkastens. Die ersten mutigen Flugversuche werden etwa zwischen dem 32. und 42. Tag erwartet, wenn die Jungvögel kräftig genug für den Jäger-Alltag sind. Nach weiteren zwei Wochen Training unter Aufsicht der Eltern verlassen sie das Nest endgültig, um sich eigene Reviere und Partner zu suchen.
Bild 1 (Innenkamera): Die Wanderfalken im Märkischen Kreis haben Nachwuchs bekommen. Sieben Wanderfalken-Küken kann die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises bestätigen. Fotos: Märkischer Krei
