
NRW setzt auf mehr Tempo bei der Brückensanierung
Nordrhein-Westfalen hat mehr als 30.000 Brücken - und bei vielen davon besteht dringender Sanierungsbedarf. Um das Problem schneller in den Griff zu bekommen, hat das NRW-Umwelt- und Verkehrsministerium am Freitag (18.09.) alle wichtigen Akteure zur Infrastrukturkonferenz-NRW nach Düsseldorf eingeladen. Vertreter von Bund, Land und Kommunen haben dabei konkrete Maßnahmen vereinbart, um Brückensanierungen zu beschleunigen, effizienter zu gestalten und besser zu koordinieren. Vereinbart wurden unter anderem vereinfachte Genehmigungsverfahren, neue Ausschreibungsformen und ein verbessertes digitales Brückenmonitoring. Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte, aus dem Sanierungsstau solle Sanierungstempo werden.
Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid als bundesweites Vorbild
Dass schnelleres Bauen möglich ist, zeigt ein Beispiel aus dem Märkischen Kreis. Die erste Hälfte der neuen Rahmedetalbrücke an der A 45 bei Lüdenscheid konnte im Dezember 2025 rund sechs Monate früher als ursprünglich geplant für den Verkehr freigegeben werden. Damit endete eine mehr als vierjährige Sperrung der wichtigen Autobahn 45, die die gesamte Region vor enorme Herausforderungen gestellt hatte. Die Sperrung hatte laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft einen Gesamtschaden von rund 1,5 Milliarden Euro verursacht. Das NRW-Verkehrsministerium nennt die Rahmedetalbrücke nun ausdrücklich als Beispiel für das Beschleunigungspotenzial bei Großprojekten. Die zweite Brückenhälfte befindet sich weiterhin im Bau.
Mehr Brückenerneuerungen ab 2027 - auch Kommunen bekommen Unterstützung
Die Deutsche Bahn kündigte bei der Konferenz an, die Zahl der Brückenerneuerungen in NRW ab 2027 von 14 auf 23 Maßnahmen pro Jahr zu erhöhen. Dafür wird ein eigenes Brückenkompetenzzentrum NRW aufgebaut, für das bis Ende 2028 rund 90 zusätzliche Mitarbeitende eingestellt werden sollen. Auch die Kommunen sollen künftig stärker unterstützt werden: Sie verantworten rund 15.000 der mehr als 30.000 Brücken in NRW und sollen bei Planung und Umsetzung mehr Hilfe vom Land erhalten. Aus dem Sondervermögen stellt NRW den Kommunen zwei Milliarden Euro bereit. Das Land selbst investiert zusätzlich 1,5 Milliarden Euro in zwölf Jahren in Bundes- und Landesbrücken.