Anzeige
Schleuser-Razzia mit Festnahme in Lüdenscheid
© Jesse / Radio MK
Symbolfoto: Festnahme durch die Polizei
Teilen:

Schleuser-Razzia mit Festnahme in Lüdenscheid

Bei einer Großrazzia gegen ein internationales Schleusernetzwerk hat es auch in Lüdenscheid eine Festnahme gegeben. Die Ermittlungen drehen sich um organisierte Schleusungen über den Ärmelkanal nach Großbritannien.

Veröffentlicht: Donnerstag, 26.03.2026 07:10

Anzeige

Razzia auch in Lüdenscheid

Anzeige

Bei einem Großeinsatz in Nordrhein-Westfalen ist auch in Lüdenscheid ein Verdächtiger festgenommen worden. Nach Angaben der Bundespolizei wurden insgesamt vier europäische Haftbefehle vollstreckt. Außerdem durchsuchten die Einsatzkräfte zahlreiche Objekte in mehreren Städten. Die Maßnahmen fanden demnach unter anderem im Großraum Essen, Gelsenkirchen, Marl, Herdecke und Lüdenscheid statt. An dem Einsatz waren laut den vorliegenden Informationen mehr als 500 Kräfte beteiligt.

Anzeige

Ermittlungen zu Schleusungen nach Großbritannien

Anzeige

Hintergrund des Einsatzes sind Ermittlungen gegen ein international agierendes Schleusernetzwerk. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gebracht worden sein. Die mutmaßlichen Täter sollen für die Überfahrten laut Ermittlern hohe Summen verlangt haben. In einer Version der vorliegenden Informationen ist von Einnahmen von bis zu 150.000 Euro pro Boot die Rede. Die Ermittlungen sind Teil einer internationalen Zusammenarbeit mehrerer europäischer Länder.

Anzeige

Sichergestellte Boote, Geld und Waffen

Anzeige

Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte nach bisherigen Angaben unter anderem Bargeld, Boote, Schlauchboote, Motoren, Rettungswesten und Waffen sicher. Nach Angaben der Ermittler sollen die Überfahrten teilweise mit minderwertigem oder schlecht geeignetem Material organisiert worden sein. Die Behörden bewerten solche Fahrten als besonders gefährlich. Weitere Einzelheiten zu den Beschuldigten nannten die Ermittler zunächst nicht. Die festgenommenen Verdächtigen sollen nun an die belgischen Behörden ausgeliefert werden.

Anzeige

Internationale Zusammenarbeit von Behörden

Anzeige

Der Einsatz wurde nach den vorliegenden Informationen im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit durchgeführt. In Version 1 heißt es, dass die Maßnahmen unter Koordinierung von Europol und Eurojust liefen. Auch die geplante Auslieferung nach Belgien weist auf die grenzüberschreitenden Ermittlungen hin. Damit zeigt der Fall, dass die Behörden in mehreren europäischen Ländern gemeinsam gegen organisierte Schleusungskriminalität vorgehen.

Erst im vergangenen November führte eine kriminelle Spur nach Lüdenscheid: Ermittler deckten Verbindungen zu einer Cannabis-Großplantage auf. Ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht aber wohl nicht.


Anzeige
Anzeige
Anzeige