
Rauchen bleibt Risiko: Warnung aus Hemer
Zum Welt-Nichtrauchertag am Sonntag (31.05.) warnen die DGD Lungenklinik Hemer und die AOK vor den Folgen von Rauchen und neuen Nikotinprodukten. Im Märkischen Kreis leiden laut AOK mehr als 20.000 Menschen über 40 Jahren an COPD.
Veröffentlicht: Freitag, 29.05.2026 05:55
Warnung vor Rauchen und E-Zigaretten in Hemer
Zum Welt-Nichtrauchertag am Sonntag rückt das Thema Rauchen wieder stärker in den Fokus. Die DGD Lungenklinik Hemer warnt dabei nicht nur vor klassischen Zigaretten, sondern auch vor E-Zigaretten und anderen nikotinhaltigen Produkten. Nach Einschätzung der Klinik werden besonders junge Menschen durch gezieltes Marketing an Nikotin herangeführt. Das erschwere die Prävention deutlich. Die Hemeraner Fachklinik fordert deshalb strengere Regeln, mehr Aufklärung und einen besseren Zugang zu Angeboten für den Rauchstopp.
„Durch gezieltes Marketing sowie neue nikotinhaltige Produkte wie E-Zigaretten oder andere nikotinhaltige Lifestyle-Produkte seitens der Industrie werden junge Menschen zunehmend an die Nikotinabhängigkeit herangeführt.“ - Prof. Dr. Kaid Darwiche, Chefarzt der Pneumologie an der DGD Lungenklinik Hemer
Mehr als 20.000 COPD-Betroffene im Märkischen Kreis
Wie groß das Problem auch in der Region ist, zeigen aktuelle Zahlen der AOK. Demnach leiden im Märkischen Kreis mehr als 20.000 Menschen über 40 Jahren an der chronischen Lungenerkrankung COPD. Das entspricht laut AOK mehr als acht Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe. Neun von zehn Betroffenen rauchen aktuell oder haben früher geraucht. Zu den typischen Beschwerden gehören Atemnot, Husten und Auswurf. Nach aktuellen Erkenntnissen gelten Frauen als besonders gefährdet, weil ihre Bronchien empfindlicher auf Schadstoffe reagieren.
Hemeraner Klinik fordert mehr Prävention
Die DGD Lungenklinik Hemer spricht sich für eine deutlich stärkere Prävention aus. Aus Sicht der Fachleute reicht es nicht, nur über die Folgen des Rauchens zu informieren. Nötig seien auch strengere gesetzliche Regeln für nikotinhaltige Produkte, vor allem dann, wenn sie junge Zielgruppen ansprechen. Dazu kommen Forderungen nach umfassenden Aufklärungskampagnen und einer stärkeren gesundheitspolitischen Unterstützung. Ziel sei es, die Zahl der Raucher in Deutschland langfristig deutlich zu senken.
„Das Ziel muss sein, die Rauchprävalenz in Deutschland langfristig auf das Niveau anderer europäischer Länder zu senken.“ - Prof. Dr. Kaid Darwiche, Chefarzt der Pneumologie an der DGD Lungenklinik Hemer
Hilfe beim Rauchstopp in Hemer und im Kreis
Sowohl die Lungenklinik Hemer als auch die Krankenkassen verweisen auf konkrete Hilfsangebote für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Die DGD Lungenklinik bietet nach eigenen Angaben ein strukturiertes Programm zur Raucherentwöhnung mit Beratung, therapeutischen Angeboten und medizinischer Begleitung an. Auch die AOK weist auf Entwöhnungskurse im Märkischen Kreis hin. Aus Sicht der Mediziner lohnt sich ein Rauchstopp immer, unabhängig vom Alter oder davon, wie lange jemand schon raucht. Jeder Verzicht auf Nikotin könne helfen, Erkrankungen zu verhindern oder ihren Verlauf zu verbessern.
„Jeder Rauchstopp - unabhängig vom Alter oder der bisherigen Rauchdauer - ist ein entscheidender Gewinn für die Gesundheit und kann Erkrankungen verhindern oder deren Verlauf deutlich verbessern.“ - Prof. Dr. Kaid Darwiche, Chefarzt der Pneumologie an der DGD Lungenklinik Hemer
Hintergrund zur Lungenklinik Hemer
Die DGD Lungenklinik Hemer behandelt nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 8.000 Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Lunge, der Atemwege und des Brustkorbs. Das Haus ist Teil der DGD Kliniken Hemer. Zur Klinik gehören mehrere spezialisierte Fachbereiche und zertifizierte Zentren, unter anderem für Lungenkrebs, Lungenemphysem, Beatmungsentwöhnung, Schlafmedizin und Thoraxchirurgie. Mit dem aktuellen Appell zum Welt-Nichtrauchertag verbindet die Klinik die Forderung nach mehr Prävention und nach besserer Unterstützung für Betroffene. Der Aktionstag der WHO steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Den Reiz entlarven - Nikotin- und Tabakabhängigkeit bekämpfen“.