
Praedata: Reinigungsroboter aus Nachrodt-Wiblingwerde
Ein Roboter auf Rollen, mit Augen auf dem Display – und er putzt allein. Die Firma Praedata aus Nachrodt-Wiblingwerde setzt mit ihren Reinigungs- und Transportrobotern auf eine Technologie, die Unternehmen im Märkischen Kreis und darüber hinaus entlasten soll.
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Praedata aus Nachrodt-Wiblingwerde: Vom Kopierer zu Robotern
Die Firma Praedata aus Nachrodt-Wiblingwerde feiert im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Ursprünglich aus dem Druck- und Kopiegeschäft gestartet, hat das Unternehmen sein Portfolio in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Neben Dokumentenmanagement und Digitalisierung ist Robotik inzwischen eines der zentralen Themen. Seit einiger Zeit entwickelt und vermietet Praedata sowohl Transport- als auch Reinigungsroboter für den gewerblichen Einsatz. David Schulz leitet die Robotics-Abteilung und hat das Projekt von Anfang an begleitet. Er sieht die Technologie als zukunftstragend – auch weil der Marktbedarf klar erkennbar sei.
Kehren, Saugen, Schrubben, Wischen: So arbeitet der Reinigungsroboter
Der Reinigungsroboter von Praedata ist ein kompakter Kasten auf Rollen, etwa 50 Zentimeter breit und rund 75 Kilogramm schwer. Er verfügt über ein Display mit Augen – ein Detail, das laut Schulz die Akzeptanz bei Nutzern und Passanten deutlich erhöht. Das Gerät arbeitet als 4-in-1-System: Es kann kehren, staubsaugen, Wasser aufsaugen und feucht wischen sowie schrubben. Auf diese Weise deckt es Flächen von bis zu 1.000 Quadratmetern ab – und das deutlich gründlicher als ein herkömmlicher Wischmopp. Zudem kommt er dank eines eingebauten Wasserfilters mit deutlich weniger Wasser aus.
„Wir haben immer, wenn wir gewischt haben, 30 Liter Wasser verbraucht. [...] Dieselbe Fläche können wir mit 8 Liter Wasser zum Beispiel abdecken. Das ist mehr als eine Effizienzsteigerung und Kostenersparnis im selben Zuge." - Valentin Goerlich, Sales Consultant für Digitalisierungslösungen bei der Praedata GmbH
Valentin erklärt, dass der Roboter zunächst per Begehung den jeweiligen Raum kennenlernt. Mithilfe von VSLAM-Sensoren und einer 360-Grad-Kamera erstellt er dabei eine Karte seiner Umgebung – ohne dabei Bilder zu speichern oder Datenschutzvorschriften zu verletzen. Anschließend lassen sich Bereiche, Reinigungszeiten und Routen individuell festlegen.
Im Kindergarten, im Supermarkt - und bald im Stadion?
Bereits getestet wurde der Reinigungsroboter unter anderem in einem Kindergarten und einem Supermarkt. Selbst tief eingearbeiteter Schmutz in einem PVC-Boden mit Holzoptik wurde gründlich entfernt – etwas, das mit einem herkömmlichen Wischmopp wohl kaum möglich sei.
„Von jetzt an ist der Boden hier sauber, Punkt. Da muss sich keiner mehr drum kümmern." - David Schulz, Leiter Consulting und Robotics bei der Praedata GmbH
Die Kinder selbst reagierten auf den Roboter mit Neugier: Manche umarmten ihn, andere streichelten ihn – wie ein Haustier. Auch im Supermarkt war die Resonanz überwiegend positiv. Für die Zukunft plant Praedata etwa Kooperationen mit Gebäudereinigungsfirmen, die den Roboter überregional einsetzen könnten. Auch berichten die beiden bereits von einer Anfrage eines Stadions. Über die KOMPASS-Gruppe ist das Unternehmen deutschlandweit vernetzt.
Auch schwere Lasten kein Problem: Die Transportroboter von Praedata
Neben den Reinigungsrobotern bietet Praedata auch Transportroboter für den innerbetrieblichen Einsatz an. Das stärkste Modell, der T300, trägt bis zu 300 Kilogramm und legt dabei Wege von mehreren hundert Metern quer durch Lagerhallen zurück. Kleinere Modelle sind für Lasten zwischen 30 und 100 Kilogramm ausgelegt und werden bei Praedata bereits selbst für den Transport von Druck- und Kopiergeräten eingesetzt. Die Roboter fahren vollautomatisch von Lager A nach Lager B oder liefern Waren auf Abruf genau dorthin, wo sie gebraucht werden. Mitarbeitende werden so beim Heben und Tragen schwerer Lasten entlastet oder können sich auf andere Aufgaben konzentrieren.
Unterstützen statt ersetzen
Eine häufig gestellte Frage ist die nach dem Einfluss auf Arbeitsplätze. Praedata betont ausdrücklich, dass der Roboter als Unterstützung gedacht ist – nicht als Ersatz.
„Letztendlich war es bis jetzt in allen Tests so, die wir gefahren haben, dass das einfach eine Unterstützung war." - David Schulz, Leiter Consulting und Robotics bei der Praedata GmbH
So kümmert sich der Roboter im Kindergarten um die Bodenreinigung, während Reinigungskräfte sich intensiver um andere Bereiche kümmern können. Der Mensch bleibt im Mittelpunkt - der Roboter übernimmt die körperlich belastende oder zeitaufwendige Arbeit.

