Anzeige
Pendeln im MK wird teuer: Gewerkschaft schlägt Alarm
© NGG/Tobias Seifert
Teilen:

Pendeln im MK wird teuer: Gewerkschaft schlägt Alarm

Im Märkischen Kreis pendeln 77.900 Beschäftigte über die Kreisgrenze zur Arbeit. Die NGG Südwestfalen fordert deshalb ein Mobilitätsgeld und kritisiert hohe Sprit- und Bahnkosten.

Veröffentlicht:

Anzeige

Fast 78.000 Pendler

Anzeige

Im Märkischen Kreis sind viele Menschen jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit über die Kreisgrenze unterwegs. Nach Angaben der NGG Südwestfalen kommen 35.880 Beschäftigte in den Kreis, um hier zu arbeiten. Gleichzeitig wohnen 41.980 Menschen im Märkischen Kreis, haben ihren Arbeitsplatz aber außerhalb des Kreises. Grundlage dafür ist die aktuelle Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit, auf die sich die Gewerkschaft beruft. Insgesamt geht es damit um 77.900 Ein- und Auspendler, für die Arbeitswege ein fester Teil des Alltags sind.

Anzeige

Weg zur Arbeit kostet immer mehr

Anzeige

Für die NGG Südwestfalen ist das Pendeln mehr als nur der Weg von A nach B. Die Gewerkschaft spricht von einem zusätzlichen Faktor beim Job, der Zeit, Nerven und vor allem Geld koste. Gerade längere Strecken würden viele Beschäftigte im Alltag deutlich belasten. Das gelte besonders dann, wenn für den Arbeitsweg kaum Alternativen zum Auto vorhanden seien. Vor allem für Menschen mit geringem Einkommen werde der tägliche Weg zur Arbeit damit schnell zur finanziellen Belastung.

Anzeige

NGG Südwestfalen fordert Mobilitätsgeld

Anzeige

Die NGG Südwestfalen spricht sich deshalb für ein Mobilitätsgeld aus. Nach Vorstellung der Gewerkschaft sollen Pendler 17 Cent pro Kilometer bekommen. Das Geld solle unabhängig von der Höhe des Einkommens ausgezahlt oder direkt beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden. Damit will die Gewerkschaft Beschäftigte entlasten, die regelmäßig für ihren Job unterwegs sind. Besonders Menschen mit niedrigen Löhnen stünden nach Ansicht der NGG unter Druck, wenn Fahrtkosten immer weiter steigen.

„Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Märkischen Kreis. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen.“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.
Anzeige

Gewerkschaft sieht auch Betriebe in der Verantwortung

Anzeige

Solange ein solches Mobilitätsgeld nicht komme, müsse aus Sicht der Gewerkschaft über Zuschüsse in den Betrieben gesprochen werden. Isabell Mura kündigt an, dass die NGG die Unternehmen im Märkischen Kreis bei den Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen wolle. Dabei nennt sie unter anderem Zuschüsse zum Deutschlandticket, ein konkretes Wegegeld oder auch kostenloses beziehungsweise günstiges Laden von E-Autos auf dem Firmengelände. Die Gewerkschaft will das Thema Mobilitätskosten nach eigenen Angaben künftig stärker in Tarifverhandlungen einbringen.

Anzeige

Kritik an Bahnpreisen und Arbeitswegen

Anzeige

Neben den Spritkosten kritisiert die NGG Südwestfalen auch hohe Preise für Bahntickets. Nach Einschätzung der Gewerkschaft werde Bahnfahren für Menschen mit unteren und mittleren Einkommen schnell sehr teuer. Besonders im Fernverkehr müssten Reisende tief in die Tasche greifen, wenn sie keine Bahncard haben oder kein günstiges Sparticket bekommen. Die NGG bezeichnet das Bahnfahren für viele Beschäftigte deshalb als kaum noch bezahlbar. Gerade beim Mindestlohn werde sichtbar, wie groß die Belastung durch Mobilitätskosten sein könne.

„Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss.“ - Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen.

Nach Angaben der Gewerkschaft fahren viele Beschäftigte im Märkischen Kreis täglich rund 45 Minuten zur Arbeit. Manche seien sogar eine Stunde oder noch länger unterwegs. Aus Sicht der NGG zeigt das, wie wichtig bezahlbare Mobilität für Arbeitnehmer in der Region ist. Die Gewerkschaft verbindet ihre Forderung deshalb auch mit dem Appell, Pendler im Alltag stärker zu entlasten.

Anzeige

Was das für Beschäftigte im MK bedeutet

Anzeige

Für viele Arbeitnehmer im Märkischen Kreis ist Mobilität eine direkte Kostenfrage. Wer auf das Auto angewiesen ist, spürt steigende Ausgaben für den Arbeitsweg sofort im Portemonnaie. Wer mit der Bahn fährt, muss nach Ansicht der NGG oft ebenfalls hohe Preise zahlen. Die Gewerkschaft macht deshalb deutlich, dass Mobilität aus ihrer Sicht nicht zum Luxus werden dürfe. Gerade in einer Region mit vielen Pendlern sei das Thema für Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen wichtig.

Die Forderung der NGG Südwestfalen richtet sich damit nicht nur an die Politik, sondern auch an Unternehmen in der Region. Zuschüsse für Tickets oder Fahrtkosten könnten nach Einschätzung der Gewerkschaft helfen, Beschäftigte spürbar zu entlasten. Gleichzeitig könnte das für Arbeitgeber ein wichtiges Signal im Wettbewerb um Fachkräfte sein. Denn wer täglich pendelt, achtet nicht nur auf den Lohn, sondern auch darauf, was der Arbeitsweg am Ende kostet.

Anzeige
Anzeige
Anzeige