
Otto Fuchs startet NG4 in Meinerzhagen neu
Elf Monate nach dem Vorfall in der Gießerei NG4 hat Otto Fuchs den betroffenen Bereich wieder in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben wurde am 19. Oktober die erste Gießlinie erfolgreich gestartet. Auch der erste Abguss sei an diesem Tag gelungen. Der Wiederanlauf ist das Ergebnis eines monatelangen Wiederaufbaus. Das Unternehmen spricht von technischen Herausforderungen, intensiven Untersuchungen und vielen individuellen Lösungen. Grundlage dafür sei die enge Zusammenarbeit von Mitarbeitenden, Fachbereichen, externen Partnern und Behörden gewesen.
Aufarbeitung nach dem Vorfall von 2025
Nach dem Ereignis im November 2025 standen laut Otto Fuchs zunächst die Sicherheit der Mitarbeitenden und die Betreuung der Betroffenen im Mittelpunkt. Bei dem Vorfall wurden nach Unternehmensangaben zwei Mitarbeitende leicht verletzt. Weitere Personenschäden habe es nicht gegeben. In den Monaten danach seien die Schadenstelle gesichert, statische Prüfungen vorgenommen und umfangreiche Gutachten erstellt worden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Abweichung in einem Entsorgungsprozess für aluminiumhaltige Stäube die Ursache gewesen sei. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich nicht um einen systemischen Fehler der Anlagen oder Sicherheitskonzepte.
Mehr Sicherheit und neue Abläufe in Meinerzhagen
Die Erkenntnisse aus der Untersuchung sind nach Angaben von Otto Fuchs direkt in Verbesserungen eingeflossen. Das Unternehmen nennt technische, organisatorische und prozessuale Anpassungen. Dazu gehörten weiterentwickelte Abläufe, zusätzliche Sicherungen sowie Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen entlang der Prozesskette. Außerdem seien weitere Risikobereiche erneut bewertet worden. Regelmäßige Sicherheitsbegehungen und die enge Einbindung der Arbeitssicherheit sollen dafür sorgen, dass die Erkenntnisse dauerhaft im Alltag berücksichtigt werden. Otto Fuchs betont, dass Sicherheit auch nach der Wiederinbetriebnahme eine dauerhafte Aufgabe bleibe.
„Die Wiederinbetriebnahme markiert für uns keinen Schlusspunkt. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig es ist, Ursachen konsequent aufzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen und daraus Verbesserungen abzuleiten. Sicherheit bleibt für uns eine dauerhafte Aufgabe und ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur.“ - Frank Vieweg, Leitung Bereich Industrial, Mitglied der Geschäftsleitung
Mitarbeitende kehren schrittweise zurück
Vom Vorfall waren laut Unternehmen rund 45 Produktionsmitarbeitende unmittelbar betroffen. Während des Wiederaufbaus seien sie vorübergehend in anderen Bereichen eingesetzt worden. Für viele habe das neue Aufgaben, neue Arbeitsplätze und veränderte Abläufe bedeutet. Nach Angaben von Otto Fuchs blieb der Zusammenhalt im Team trotzdem erhalten. Regelmäßige Informationen, persönliche Gespräche und enger Austausch hätten dazu beigetragen. Viele Mitarbeitende hätten bereits signalisiert, nach der Wiederinbetriebnahme wieder gemeinsam in ihre ursprünglichen Teams zurückkehren zu wollen.
„Wir waren in diesen Monaten ein Team über Bereichsgrenzen hinweg. Viele Kolleginnen und Kollegen haben zusätzliche Aufgaben übernommen, flexibel unterstützt und gemeinsam Lösungen gefunden. Genau dieser Zusammenhalt hat den Wiederaufbau möglich gemacht.“ - Alexander Hauser, Abteilungsleiter HSG
Unternehmen blickt nach vorn
Mit dem Neustart der NG4 endet für Otto Fuchs nach eigenen Angaben eine außergewöhnliche Phase. Der erfolgreiche erste Abguss am 19. Oktober 2026 sei für viele Beteiligte ein besonderer Moment gewesen. Das Unternehmen bedankt sich bei Mitarbeitenden, Partnern, Behörden und Einsatzkräften für die Unterstützung beim Wiederaufbau. Gleichzeitig macht Otto Fuchs deutlich, dass Arbeitssicherheit weiter ein zentraler Teil der Unternehmenskultur bleiben soll. Die Produktion in der Gießerei NG4 ist inzwischen wieder angelaufen.
