
IG BAU schlägt Alarm im Märkischen Kreis
Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd warnt vor höheren Renteneintrittsaltern für Beschäftigte in körperlich besonders belastenden Berufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind von rund 3.640 Bauarbeitern im Märkischen Kreis nur etwa 210 älter als 63 Jahre. Für die IG BAU ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Beschäftigte den harten Arbeitsalltag auf dem Bau bis zum regulären Rentenalter gesundheitlich nicht durchhalten. Die Gewerkschaft verweist dabei auf Tätigkeiten wie Maurer, Dachdecker sowie Kanal- und Straßenbauer. Sie fordert deshalb von den Bundestagsabgeordneten aus dem Märkischen Kreis und der Region, sich in Berlin gegen weitere Verschärfungen bei der Rente einzusetzen.
„Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr.“ - Friedhelm Kreft, Vorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.
Forderung nach flexibler Rente für harte Berufe
Kritik richtet die Gewerkschaft an den Plänen der Rentenkommission, die nach Darstellung der IG BAU von der Bundesregierung umgesetzt werden sollen. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung fehlt dabei vor allem eine Flexi-Rente, die einen früheren und geregelten Übergang in den Ruhestand für Menschen mit besonders belastenden Jobs ermöglicht. Die IG BAU spricht von einem „Expresszugang in den regulären Ruhestand“ für Beschäftigte, deren Arbeit sie körperlich früh an Grenzen bringt. Das betreffe nicht nur das Baugewerbe, sondern auch die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau. Nach Einschätzung der Gewerkschaft könnte eine weitere Anhebung der Altersgrenzen die Attraktivität dieser Berufe zusätzlich schwächen.
„Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden.“ - Friedhelm Kreft, Vorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.
Kritik an Aus für Rente mit 63
Ein weiterer Streitpunkt ist aus Sicht der IG BAU die mögliche Abschaffung der Rente mit 63. Friedhelm Kreft spricht von einem schweren Eingriff in die Lebensplanung vieler Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen. Nach Angaben der Gewerkschaft gibt es im Märkischen Kreis 69.500 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden. Die IG BAU beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts. Viele von ihnen hätten 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und rechneten deshalb mit einem früheren Übergang in den Ruhestand.
„Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht.“ - Friedhelm Kreft, Vorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.