
Neue App prüft Mobilfunk im Märkischen Kreis
Handynutzer im Märkischen Kreis können jetzt leichter gegen schlechtes Mobilfunknetz vorgehen. Mit einer neuen App der Bundesnetzagentur lässt sich die Netzqualität prüfen und bei deutlichen Abweichungen auch nachweisen.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 16:12
Neue App für Mobilfunkkunden im Märkischen Kreis
Wer sich im Märkischen Kreis über langsames mobiles Internet oder Funklöcher ärgert, kann das jetzt genauer überprüfen. Die Bundesnetzagentur stellt dafür ab sofort eine neue App bereit. Damit können Handynutzer testen, wie gut ihr Mobilfunknetz tatsächlich ist. Werden deutliche Abweichungen zur vertraglich zugesagten Leistung festgestellt, können Kunden unter bestimmten Voraussetzungen eine Preisminderung verlangen oder ihren Vertrag außerordentlich kündigen. Die Regelung gilt seit dem 20. April.
Mehrere Messungen für einen Nachweis nötig
Damit ein solcher Nachweis anerkannt wird, reicht allerdings kein einzelner Test. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind insgesamt 30 Messungen nötig - verteilt auf fünf Kalendertage mit jeweils sechs Messungen pro Tag. Dafür gelten je nach Gebiet unterschiedliche Mindestwerte. In dichter besiedelten Bereichen müssen mindestens 25 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden. In Gebieten mit mittlerer Haushaltsdichte sind es 15 Prozent, in dünner besiedelten Gebieten 10 Prozent. Wird dieser Wert an mindestens drei von fünf Messtagen nicht erreicht, gilt das als erhebliche Abweichung. Dann können Verbraucher ihre Rechte gegenüber dem Anbieter geltend machen. Wenn sich schon vorher klar zeigt, dass die Leistung deutlich vom Vertrag abweicht, kann die Messreihe auch früher enden. Über die App lassen sich außerdem Funklöcher erfassen und melden. Auch die Internetgeschwindigkeit zu Hause kann damit getestet werden. Die App „Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk“ kann ab sofort kostenlos in den gängigen App-Stores heruntergeladen werden.
„Mit unserem Messtool können Verbraucherinnen und Verbraucher prüfen und nachweisen, ob die Qualität ihres Mobilfunk-Internetzugangs erheblich von dem abweicht, was im Vertrag als Maximalleistung vereinbart worden ist.“ - Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur
Mobilfunkversorgung im Märkischen Kreis weiter Thema
Zuletzt waren rund 93 Prozent des Märkischen Kreises mit mobilem Internet versorgt. Trotzdem gibt es in der Region weiter Bereiche mit schwächerem Empfang. Die neue App soll dabei helfen, diese sichtbarer zu machen und Verbraucherrechte durchzusetzen. Ein konkreter Fall aus Altena zeigt, wie wichtig das sein kann. Dort war im Februar eine Person im unwegsamen Waldgelände gestürzt und konnte ihren Standort nicht mehr genau benennen. Durch die automatische Handy-Ortung der Kreisleitstelle konnte sie gefunden und in ein Krankenhaus gebracht werden.