
Millionen-Lücke: Iserlohn muss den Gürtel enger schnallen
Die Stadt Iserlohn steht vor massiven Einsparungen, um das aktuelle Defizit von fast 51 Millionen Euro in den Griff zu bekommen. In einer Sondersitzung am Mittwochnachmittag (25.03.) soll der Stadtrat den Haushalt für das laufende Jahr unter strengen Auflagen verabschieden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2026 05:53
Sondersitzung im Saalbau Letmathe
Bisher gibt es in Iserlohn noch keinen gültigen Haushalt für das laufende Jahr 2026. Das sorgt für Probleme, da wichtige Planungen und rechtssichere Zusagen aktuell nur über Umwege möglich sind. Ein Beispiel dafür sind die Zuschüsse für die Trägervereine der Freibäder, die erst kürzlich über solche Behelfslösungen freigegeben werden konnten. Um endlich Planungssicherheit zu schaffen, kommen die Politiker heute (25.03.) um 17 Uhr zu einer Sondersitzung im Saalbau Letmathe zusammen. Ein breites Bündnis aus CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP hat dieses Treffen gemeinsam beantragt. Die Fraktionen signalisieren zwar ihre Zustimmung zum Haushalt, knüpfen diese aber an sehr harte Forderungen.
Geplanter Sparkurs kann Straßen und Spielplätze betreffen
Das aktuelle Defizit der Stadt Iserlohn beläuft sich auf eine Summe von fast 51 Millionen Euro. Um dieses enorme Loch im Etat zu stopfen, fordern die beteiligten Parteien unter anderem ein völlig neues Personalkonzept von der Stadtverwaltung. Doch die Sparmaßnahmen werden auch im täglichen Leben der Bürgerinnen und Bürger deutlich sichtbar werden. So steht laut Medienberichten eine deutliche Reduzierung der Straßenbeleuchtung sowie der allgemeinen Stadtreinigung zur Debatte. Auch bei den Freizeitflächen soll gespart werden, indem wenig genutzte Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet dauerhaft geschlossen werden könnten. Diese Einschnitte sind Teil der strengen Bedingungen, die die Politik für ihre Zustimmung zum Haushalt gestellt hat.
Einschnitte wohl bei Kultur, Verkehr und Sport
Besonders hart könnte es laut IKZ den Kulturbereich und den öffentlichen Nahverkehr in Iserlohn treffen. Auf der Streichliste steht unter anderem langfristig die Schließung der Städtischen Galerie sowie das mögliche Aus für das Anrufsammeltaxi (AST). Auch der Sport und das Sponsoring bleiben von den Kürzungsplänen der Politik nicht verschont. So soll beispielsweise der Sponsoringvertrag für die Iserlohn Roosters in Höhe von 10.000 Euro gestrichen werden, um die Kosten weiter zu senken. Die Verwaltung ist nun gefordert, diese massiven Sparvorgaben umzusetzen, damit die Stadt wieder handlungsfähig wird. Ziel der heutigen Sitzung ist es, trotz der harten Einschnitte eine rechtssichere Grundlage für das restliche Jahr zu schaffen.