
Mehr rechte Straftaten im Märkischen Kreis
Die Zahl politisch rechts motivierter Straftaten im Märkischen Kreis ist 2025 erneut gestiegen. Laut Daten des NRW-Innenministeriums wurden 115 Fälle erfasst - besonders betroffen sind Iserlohn, Lüdenscheid und Menden.
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.05.2026 13:45
Erneuter Anstieg rechter Straftaten im Märkischen Kreis
Im Märkischen Kreis hat die Zahl politisch rechts motivierter Straftaten im Jahr 2025 erneut zugenommen. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurden im Kreisgebiet 115 Fälle registriert. Das sind fünf mehr als im Vorjahr. Der heimische Landtagsabgeordnete Gregor Kaiser hat die Zahlen auf Grundlage einer Anfrage an das Ministerium veröffentlicht. Bereits die jüngste Kriminalstatistik zeigte insgesamt einen leichten Anstieg der Straftaten im Märkischen Kreis.
NRW-weiter Höchststand rechter Straftaten seit 25 Jahren
Der Anstieg im Märkischen Kreis steht im Zusammenhang mit einer landesweiten Entwicklung. In ganz Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl rechts motivierter Straftaten laut den Daten um rund elf Prozent - von 5.641 auf 6.268 Fälle. Das ist der höchste Stand seit Beginn der statistischen Erhebung vor 25 Jahren. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit mehreren Jahren zu beobachten ist.
Iserlohn, Lüdenscheid und Menden besonders betroffen
Innerhalb des Märkischen Kreises konzentrieren sich die Fälle auf drei Städte. In Iserlohn, Lüdenscheid und Menden wurden zusammen 74 der insgesamt 115 Straftaten erfasst. Das entspricht rund zwei Dritteln aller Fälle im Kreisgebiet. Laut Kaiser habe sich die Zahl in diesen drei Städten seit 2013 vervielfacht. Eine genaue Aufschlüsselung nach einzelnen Deliktarten geht aus den bislang veröffentlichten Daten nicht hervor. In der Vergangenheit hatten die steigenden Zahlen bereits tausende Menschen im Märkischen Kreis zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus bewegt.
Grüne fordern mehr Prävention im Märkischen Kreis
Die Grünen im Landtag NRW sprechen angesichts der Zahlen von einem alarmierenden Trend. Die Partei sieht Rechtsextremismus nach eigener Darstellung weiterhin als größte Gefahr für die Demokratie. Sie fordert eine klare gesellschaftliche Haltung gegen Hass und Hetze. Zudem müssten Beratungs- und Präventionsangebote konsequent unterstützt werden. Die Zahlen des Innenministeriums bilden ausschließlich polizeilich erfasste Fälle ab.