
Gesundheitsamt untersucht gut 4.100 Kinder vor dem Schulstart
Für das Einschulungsjahr 2025/2026 hat das Gesundheitsamt im Märkischen Kreis mehr als 4.100 Kinder untersucht. Ziel der gesetzlich vorgeschriebenen Checks ist es, den Entwicklungsstand zu prüfen und Förderbedarfe zu erkennen. Die Ergebnisse zeigen, dass 113 Kinder noch ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt werden mussten. Besonders auffällig sind Defizite bei der Sprache: Bei mehr als 35 Prozent der Jungen und Mädchen stellten die Ärzte eine nicht altersgerechte Sprachkompetenz fest.
Früher Kita-Besuch verbessert die Deutschkenntnisse deutlich
Die Auswertung verdeutlicht die große Bedeutung der frühkindlichen Bildung vor Ort. Laut dem Gesundheitsamt haben Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, deutlich häufiger mangelhafte Deutschkenntnisse. Gehen die Kinder hingegen mehr als drei Jahre in eine Kita, verschwinden Sprachbarrieren fast vollständig. Die Mediziner betonen daher, wie wichtig eine intensive und vor allem frühe Förderung ist, um allen Kindern gleiche Startchancen im Bildungssystem zu ermöglichen.
Mehr als ein Drittel zeigt Defizite bei der Sprachkompetenz
Eltern wird geraten, sich bei Entwicklungsfragen durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst beraten zu lassen. Der vollständige Bericht zu den aktuellen Einschulungsuntersuchungen kann zudem über die Online-Kanäle des Kreises eingesehen werden.
Auch Motorik und Übergewicht bleiben zentrale Themen
Neben der Sprache überprüfen die Ärzte auch andere Entwicklungsbereiche. Rund jedes fünfte Kind zeigte Auffälligkeiten in der Motorik und Wahrnehmung. Auch das Thema Gewicht spielt eine Rolle: Etwa zwölf Prozent der angehenden Schulkinder im Kreis gelten als übergewichtig oder adipös. Erfreulich ist hingegen die Impfquote: Mehr als 94 Prozent der Kinder sind gegen Masern geschützt, womit der Kreis nah an der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegt. Um Probleme nicht erst kurz vor der Einschulung zu erkennen, bietet der Märkische Kreis das sogenannte Entwicklungsscreening an. Daran können auf freiwilliger Basis Kinder teilnehmen, die erst in zwei Jahren schulpflichtig werden. Im vergangenen Untersuchungszeitraum nutzten die Eltern von mehr als 3.000 Kindern dieses Angebot. Auch hier zeigte sich bei rund 23 Prozent der Kinder Auffälligkeiten in Bereichen wie Motorik, Sprache oder im Verhalten.