
Kammer warnt vor Jobabbau
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) hat den neuen Datenbericht „Südwestfalen in Zahlen“ vorgestellt und schlägt Alarm. Die anhaltende Konjunktur- und Strukturkrise hinterlässt tiefe Spuren im stark industriell geprägten Märkischen Kreis. In den vergangenen zehn Jahren sank die Einwohnerzahl um 1,4 Prozent auf etwa 408.000. Gleichzeitig bekamen die Menschen die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt zu spüren: Die Arbeitslosenquote stieg zuletzt deutlich auf 8,3 Prozent.
Industrieumsatz sinkt auf 15,6 Milliarden Euro
Nach Einschätzung von IHK-Teamleiter Martin Groß befindet sich die Industrie schon länger im Krisenmodus. Im gesamten Gebiet Südwestfalen hat das produzierende Gewerbe innerhalb eines Jahres rund 5.000 Jobs abgebaut. Auch im Märkischen Kreis gingen die Umsätze der Industriebetriebe im vergangenen Jahr um über drei Prozent auf knapp 15,6 Milliarden Euro zurück. Grund dafür ist vor allem das schwache Inlandsgeschäft. Interessierte können den vollständigen Zahlenspiegel zu Themen wie Demografie, Kaufkraft und Weltmarktführern in der Region online abrufen:
Südwestfalen bleibt Industrie-Motor in NRW
Trotz der Krise bleibt Südwestfalen das industrielle Herz von Nordrhein-Westfalen. Der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe liegt bei 42 Prozent. Zwar entstanden im Dienstleistungssektor in den vergangenen Jahren tausende neue Arbeitsplätze, sie können die Delle in der Industrie aber laut den Kammern nicht vollständig kompensieren. Mit mehr als 60.000 Beschäftigten in der Industrie spürt der Märkische Kreis diese Entwicklung besonders stark. Hinzu kommt eine alternde Bevölkerung: Da die Zahl der Menschen über 50 Jahre in der Region überdurchschnittlich hoch ist, stehen die Betriebe in den nächsten Jahren vor einer riesigen Herausforderung, ausscheidende Mitarbeiter durch neue Fachkräfte zu ersetzen.