
Erste Bilanz zum Hitzeaktionsplan
Die Stadt Lüdenscheid reagiert weiter auf trockene Phasen und sehr hohe Temperaturen in den Sommermonaten. Nach Angaben des Fachbereichs Umwelt und Klima sind bereits mehrere Maßnahmen aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Hitzeaktionsplan umgesetzt oder angeschoben worden. Ziel ist es, die Menschen in Lüdenscheid besser vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen. Gerade heiße Tage und anhaltende Trockenheit zeigen aus Sicht der Stadt, wie wichtig solche Vorbereitungen sind. Der Fachbereich zieht deshalb jetzt eine erste Zwischenbilanz und verweist auf konkrete Fortschritte im Stadtgebiet.
Refill-Stationen in Lüdenscheid ausgebaut
Ein wichtiger Baustein des Hitzeaktionsplans ist die Refill-Kampagne. Sie wird nach Angaben der Stadt seit 2025 in Lüdenscheid besonders intensiv beworben. Inzwischen gibt es demnach mehr als 14 Refill-Stationen im Stadtgebiet, an denen Menschen ihre Trinkflaschen kostenlos mit Wasser auffüllen können. Damit soll das Angebot an frei zugänglichem Trinkwasser in Lüdenscheid weiter wachsen. Zu den beteiligten Partnern gehören laut Stadt unter anderem das Mercure-Hotel, der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid, die Stadtbücherei und das AWO-Seniorenzentrum.
Information und Hitzeschutz für die Bevölkerung
Neben Trinkwasser-Angeboten setzt die Stadt auch auf Aufklärung. Am 1. Juli hatten der Fachdienst Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung, die Feuerwehr, die Stabsstelle Demographie und Sozialplanung, die Märkischen Kliniken und die Verbraucherzentrale gemeinsam zu einem Hitzeaktionstag eingeladen. Auf dem Sternplatz und bei Vorträgen im Rathaus ging es um gesundheitliche Folgen von Hitze und um Möglichkeiten, sich selbst besser zu schützen. Ergänzend hat die Stadt nach eigenen Angaben ein Handbuch zum Thema Hitze für Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider erstellt. Für Kinder gibt es außerdem ein Bilderbuch, das das Thema altersgerecht erklärt.
„Darüber hinaus hat die Stadt ein Handbuch zum Thema Hitze für die Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider entwickelt und zusätzlich für Kinder ein Bilderbuch, das einen altersgerechten Zugang zum Thema Hitze und Hitzeschutz ermöglicht“ - Lea Schnippering, Klimaschutzmanagerin.
Nach Angaben der Stadt ist die Nachfrage nach den Materialien groß. Einige wenige Handbücher seien noch im Rathaus erhältlich. Das Bilderbuch sei aktuell vergriffen und müsse erneut nachbestellt werden.
Sonnensegel und Bäume als Schutz im Stadtklima
Auch im öffentlichen Raum laufen nach Angaben der Stadt weitere Maßnahmen. Dazu gehört die schrittweise Installation von Sonnensegeln auf Spielplätzen in Bereichen, in denen bislang Schatten fehlt. Außerdem werden laut Stadt immer mehr Straßenbäume mit unterirdischen Speicher- und Versickerungselementen für Regenwasser ausgestattet. Diese sogenannten Baumrigolen sollen die Wasserversorgung der Bäume verbessern. Damit will die Stadt die wichtige Rolle der Bäume für das Klima in Lüdenscheid langfristig sichern. Aus Sicht der Verwaltung ist das ein wichtiger Teil, um die Stadt besser an häufigere heiße Sommer anzupassen.
„Hitzeschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und wird angesichts des Klimawandels auch für Lüdenscheid immer wichtiger. Der diesjährige Sommer zeigt eindrücklich, dass die Städte bei Weitem noch nicht für diese Klimabedingungen vorbereitet sind“ - Lea Schnippering, Klimaschutzmanagerin.
„Einige Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden, aber das wird langfristig nicht reichen, um Lüdenscheid an solche Sommer, die künftig häufiger auftreten können, anzupassen. Dafür bedarf es weitere Anstrengung von allen Bereichen der Stadtgesellschaft“ - Lea Schnippering, Klimaschutzmanagerin.