
Weniger Nachfrage in Lüdenscheid
Die Stadt Lüdenscheid reagiert auf eine veränderte Lage in der Kindertagesbetreuung. Nach Angaben der Verwaltung gehen die Kinderzahlen zurück. Gleichzeitig melden Eltern vor allem für Kinder unter drei Jahren deutlich seltener Betreuungsbedarf an als in den vergangenen Jahren. Deshalb soll das Angebot zum Kita-Jahr 2026/2027 an mehreren Stellen reduziert werden. Nach Angaben der Stadt steht trotzdem weiterhin für alle angemeldeten Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung.
Diese Maßnahmen sind für Kitas geplant
Konkret sollen in mehreren Einrichtungen Gruppen ganz oder teilweise vorübergehend geschlossen werden. Vorgesehen ist die Schließung einer Gruppe in der städtischen Kita Kinderinsel sowie einer Gruppe in der DRK-Kita Lösenbach. Zusätzlich sollen in der AWO-Kita Bunte Kluse und in der DRK-Kita Am Stadtpark jeweils halbe Gruppen vorerst nicht belegt werden. Auch die Zahl der Plätze in der Kindertagespflege soll sinken. Dort ist eine Reduzierung von bisher 150 auf 120 Plätze vorgesehen.
Insgesamt sollen so 95 Betreuungsplätze abgebaut werden. Die Stadt begründet den Schritt auch mit der Finanzierung der Kitas. Nach der derzeitigen Regelung ist die Finanzierung daran gekoppelt, dass Plätze tatsächlich belegt sind. Bleiben zu viele Plätze frei, kann das für Träger wirtschaftlich problematisch werden. Die Stadt will deshalb Angebot und tatsächliche Nachfrage wieder näher zusammenführen.
Jugendhilfeausschuss stimmt zu
Der Jugendhilfeausschuss hat den Weg für diese Pläne bereits freigemacht. Ein Vorschlag der Linken, die Gruppen stattdessen bei gleichem Personal lieber zu verkleinern, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Verwaltung verweist darauf, dass mit den Maßnahmen zwar Plätze abgebaut werden, gleichzeitig aber weiter genügend Betreuungsangebote für angemeldete Kinder vorhanden sein sollen. Auch wohnortnahe Angebote sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben.
Entscheidung fällt im Rat der Stadt
Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt Lüdenscheid heute Nachmittag (13.07.) Mit dem Beschluss würde die aktualisierte Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung im Zeitraum 2026/2027 umgesetzt. Die Stadt spricht dabei von einer vorsichtigen Anpassung. Für die kommenden Jahre dürfte vor allem wichtig werden, wie sich die Nachfrage nach U3-Betreuung weiter entwickelt.