
Kliniken in Hemer gegen Regierungs-Sparpläne
Die DGD-Kliniken in Hemer warnen vor den Sparplänen der Bundesregierung im Gesundheitswesen. Nach Angaben der Klinikleitung könnten steigende Tarif- und Personalkosten künftig nicht mehr ausreichend finanziert werden.
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.06.2026 05:31
Personalkosten werden auch für Hemer zum Problem
Die DGD-Kliniken in Hemer sehen die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen mit großer Sorge. Hintergrund ist nach Angaben der Klinikleitung das sogenannte GKV-Sparpaket der Bundesregierung. Aus Sicht der Kliniken könnten dadurch steigende Personalkosten künftig nicht mehr ausreichend refinanziert werden. Betroffen wären nach Darstellung der Verantwortlichen vor allem faire Löhne und verlässliche Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Die Klinikleitung warnt außerdem davor, dass sich finanzielle Engpässe auch auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten auswirken könnten.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Ohne sie funktioniert kein Krankenhaus.“ - Torsten Schulte, Geschäftsführer der DGD Kliniken Hemer gGmbH.
Was die Kliniken in Hemer kritisieren
Nach Angaben der DGD-Kliniken ist vor allem der geplante Wegfall des vollständigen Tarifausgleichs ein Problem. Krankenhäuser könnten ihre Preise nicht frei an steigende Kosten anpassen, wie es in anderen Branchen möglich sei. Wenn gleichzeitig Zuschüsse für Tarifsteigerungen gekürzt würden, entstünde eine Finanzierungslücke. Die Klinikleitung sieht darin ein Risiko für die künftige Bezahlung der Beschäftigten. Auch die Mitarbeitervertretungen der Stadtklinik und der Lungenklinik unterstützen diese Kritik. Sie befürchten, dass finanzieller Druck die Belastung für das Personal weiter erhöhen könnte.
„Krankenhäuser können ihre Preise nicht einfach erhöhen wie andere Branchen. Wenn gleichzeitig die Refinanzierung von Tarifsteigerungen gekürzt wird, entsteht eine gefährliche Lücke.“ - Barbara Velte, MAV-Vorsitzende der DGD Lungenklinik Hemer.
Folgen für Personal und Patientenversorgung
Die DGD-Kliniken betonen, dass gute medizinische Versorgung nur mit ausreichend Fachkräften möglich sei. Um Beschäftigte zu halten und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, brauche es wettbewerbsfähige Gehälter und verlässliche Tarifstrukturen. Nach Darstellung der Klinikleitung könnten fehlende finanzielle Spielräume genau das erschweren. Das hätte aus Sicht der Kliniken nicht nur Folgen für die Beschäftigten, sondern langfristig auch für Patientinnen und Patienten vor Ort. Wenn Personal fehle oder die Arbeitsbelastung weiter steige, könne das Auswirkungen auf den Umfang der Versorgung haben.
„Wer gute Versorgung will, muss auch gute Arbeitsbedingungen ermöglichen. Es darf nicht sein, dass ausgerechnet die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu den Verlierern der aktuellen Sparpolitik werden.“ - Lina Omairatte, MAV-Vorsitzende der DGD Stadtklinik Hemer.
Appell aus Hemer an Bundestagsabgeordnete
Die Geschäftsführung und die Mitarbeitervertretungen der DGD-Stadtklinik und der DGD Lungenklinik haben sich deshalb in einem Brief an die heimischen Bundestagsabgeordneten gewandt. Darin fordern sie eine verlässliche Finanzierung der Krankenhäuser. Aus Sicht der Kliniken gehört dazu vor allem, dass Tarifsteigerungen weiterhin vollständig refinanziert werden. Die Verantwortlichen sehen darin eine wichtige Voraussetzung, um faire Löhne und eine stabile Patientenversorgung zu sichern. Die DGD-Kliniken in Hemer verlangen deshalb politische Unterstützung auf Bundesebene.
