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KI prüft Steuererklärungen in Iserlohn
© Radio MK/ Raphaela Kossinis
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KI prüft Steuererklärungen in Iserlohn

Das Finanzamt Iserlohn setzt ab sofort erstmals Künstliche Intelligenz bei der Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen ein. Bürgerinnen und Bürger können sich über schnellere Bescheide und weniger Rückfragen freuen, heißt es.

Veröffentlicht: Dienstag, 17.03.2026 05:57

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So funktioniert KI im Iserlohner Finanzamt

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Das Finanzamt Iserlohn hat Mitte März mit der Bearbeitung der Einkommensteuererklärungen für das Jahr 2025 begonnen - und setzt dabei erstmals flächendeckend auf Künstliche Intelligenz. Die KI kommt im sogenannten Risikomanagementsystem zum Einsatz. Das ist ein System, das automatisch bewertet, ob eine eingereichte Steuererklärung genauer geprüft werden muss oder nicht. Steuererklärungen ohne Auffälligkeiten können dabei vollständig automatisch bearbeitet werden - also ohne, dass ein Mitarbeiter sie sich manuell ansehen muss. Nur dort, wo die KI ein erhöhtes Risiko erkennt, schlägt sie eine vertiefte Prüfung durch einen Steuerprofi vor.

„Wir setzen KI gezielt dort ein, wo sie Entlastung bringt. Die neue Technologie schlägt nur noch dort eine vertiefte Prüfung vor, wo sie wirklich erforderlich ist." - Roland Köcher, Leiter des Finanzamts Iserlohn
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Was das für Steuerzahler in Iserlohn bedeutet

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Für die Bürgerinnen und Bürger in Iserlohn und dem Märkischen Kreis soll der KI-Einsatz konkrete Vorteile haben. Da unkomplizierte Steuerfälle künftig vollautomatisch bearbeitet werden, sollen Steuerbescheide schneller ankommen und Rückfragen seitens des Finanzamts seltener werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Finanzamt können sich gleichzeitig stärker auf die schwierigen Fälle konzentrieren, bei denen eine fachkundige Prüfung notwendig ist. Die KI übernimmt dabei nur die Vorauswahl - die endgültige Entscheidung bleibt weiterhin beim Menschen.

„Das System unterstützt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Routineaufgaben und schafft Freiräume für prüfungsintensive Fälle. Die fachliche Bewertung und Entscheidung verbleibt dabei weiterhin beim Menschen." - Roland Köcher, Leiter des Finanzamts Iserlohn
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NRW geht als erstes Bundesland voran

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Der KI-Einsatz im Finanzamt Iserlohn ist kein Einzelfall - er ist das Ergebnis eines umfangreichen Pilotprojekts in ganz Nordrhein-Westfalen. Bereits seit Mai 2025 testeten vier NRW-Finanzämter die neue Technologie im laufenden Betrieb. Im Oktober 2025 wurde der Test auf vier weitere Ämter ausgeweitet. Die Ergebnisse überzeugten: schnellere Abläufe, weniger Nachbearbeitung und eine spürbare Entlastung der Beschäftigten. Jetzt wird die Technologie landesweit eingesetzt. Nordrhein-Westfalen ist damit das erste Bundesland in Deutschland, das KI im Risikomanagement bei der Bearbeitung von Arbeitnehmerfällen flächendeckend einführt.

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Tipps zur Steuererklärung 2025

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Wer seine Steuererklärung für 2025 noch einreichen muss, dem gibt das Finanzamt Iserlohn praktische Hinweise mit auf den Weg. Empfohlen wird die digitale Abgabe über das ELSTER-Portal im Internet - dort werden Eingaben bereits vor dem Absenden auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Wer die vorausgefüllte Steuererklärung nutzt, spart noch mehr Zeit: Bereits gespeicherte Daten wie Lohnsteuerbescheinigungen oder Versicherungsangaben werden dabei automatisch übernommen. Belege müssen außerdem erst dann eingereicht werden, wenn das Finanzamt sie ausdrücklich anfordert. Ab dem 1. Juli 2026 kommt außerdem die neue App „MeinELSTER+" hinzu, über die ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentnerinnen und Rentner ihre Steuererklärung mit nur einem Klick abgeben können. Bereits ab dem 31. März 2026 ist eine Freischaltung in der ELSTER-App möglich.

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