
Keine „Überstunden-WM“ in der Gastro im MK
Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft fordert die NGG faire Arbeitsbedingungen für die Gastronomie im Märkischen Kreis. Im Mittelpunkt stehen planbare Dienstpläne, zusätzliches Personal zu Stoßzeiten und sechs Prozent mehr Lohn.
Veröffentlicht: Montag, 08.06.2026 05:10
Faire Dienstpläne zur WM im Märkischen Kreis
Pünktlich zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, auf die Situation in der Gastronomie im Märkischen Kreis aufmerksam. Nach Angaben der Gewerkschaft arbeiten kreisweit rund 4.250 Menschen in Küchen, im Service sowie an Theken und Bars. Gerade in Zeiten mit vielen Fußball-Übertragungen rechnet die NGG mit besonders hoher Belastung in Gaststätten, Restaurants und Biergärten. Deshalb fordert sie, dass Arbeitszeiten frühzeitig abgestimmt werden. Die Dienstpläne sollten aus Sicht der Gewerkschaft planbar und familienfreundlich sein.
„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits.“ – Isabell Mura, NGG Südwestfalen
NGG warnt vor zu vielen Überstunden in der Gastro
Nach Darstellung der NGG darf die Fußball-Zeit nicht zu einer „Überstunden-WM“ werden. Die Gewerkschaft fordert deshalb zusätzliches Personal für Stoßzeiten, also für Phasen mit besonders vielen Gästen während beliebter WM-Spiele. Damit solle verhindert werden, dass Beschäftigte dauerhaft länger arbeiten müssen als geplant. Die NGG weist außerdem darauf hin, dass Überstunden bezahlt werden müssen. Für die Beschäftigten seien die Spiele schließlich Arbeitszeit und keine Freizeit.
„Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts.“ – Isabell Mura, NGG Südwestfalen
Sechs Prozent mehr Lohn vor Tarifrunde in NRW
Neben besseren Arbeitszeiten fordert die NGG auch mehr Geld für die Beschäftigten in der Gastronomie. In der anstehenden Tarifrunde in Nordrhein-Westfalen verlangt die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Lohn. Begründet wird das unter anderem mit dem gestiegenen Arbeitsdruck in der Branche. Außerdem verweist die NGG darauf, dass von der gesenkten Mehrwertsteuer in der Gastronomie bei vielen Beschäftigten bislang nichts angekommen sei. Die Tarifverhandlungen mit dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA sollen laut den vorliegenden Informationen in der Woche nach dem WM-Start beginnen.
„Es ist höchste Zeit, endlich ein ‚Lohn-Tor‘ für Köche, Kellner & Co. im Märkischen Kreis zu schießen.“ – Isabell Mura, NGG Südwestfalen
Bedeutung für Betriebe und Beschäftigte im Märkischen Kreis
Mit ihren Forderungen richtet sich die NGG an die Gastronomiebetriebe im Märkischen Kreis, vom Restaurant über die Kneipe bis zum Hotel. Aus Sicht der Gewerkschaft hängen gute Stimmung und funktionierende Abläufe während der WM auch von verlässlichen Arbeitsbedingungen ab. Dabei geht es nach Angaben der NGG vor allem um Rücksicht auf familiäre Situationen und um ausreichend Personal in stark frequentierten Zeiten. Ob und in welchem Umfang die Forderungen umgesetzt werden, ist offen. Klar ist bisher nur: Die NGG will das Thema zum Start der WM und vor Beginn der Tarifrunde in NRW deutlich platzieren.