
Kita-Plätze im Märkischen Kreis weiter gefragt
Der Jugendhilfeausschuss des Märkischen Kreises hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Kinderbetreuungsbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2026/27 befasst. Obwohl die Geburtenzahlen in einzelnen Kommunen stabil oder leicht rückläufig sind, bleibt der Bedarf an Betreuungsplätzen insbesondere für Kinder unter drei Jahren hoch. Im laufenden Kindergartenjahr 2025/26 sind im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes insgesamt 3.528 Kindergartenplätze geplant. Davon entfallen 726 U3-Plätze auf Kindertageseinrichtungen und weitere 300 U3-Plätze auf die Kindertagespflege. Die Versorgungsquote für unter Dreijährige liegt damit voraussichtlich bei 41,9 Prozent. Neben dem weiteren Ausbau spielen auch die Sicherung von Fachkräften, flexible Betreuungszeiten und inklusive Angebote eine zentrale Rolle. Immer mehr Kinder in NRW werden zudem länger in den Kitas betreut. Im Märkischen Kreis liegt der Anteil der langen Betreuungszeiten aber noch unter dem NRW-Durchschnitt.
Kosten für Jugendhilfe im MK steigen deutlich
Finanziell steht der Märkische Kreis vor wachsenden Herausforderungen. Der Zuschussbedarf im Jugendbereich - also die Differenz zwischen Aufwendungen und Erträgen - liegt im Haushaltsjahr 2026 bei rund 51 Millionen Euro. Haupttreiber sind die Bereiche Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfe mit einem Zuschussbedarf von rund 21 Millionen Euro sowie die Kinderbetreuung mit etwa 20,5 Millionen Euro. Die Kostensteigerungen sind laut Verwaltung kein lokales Phänomen, sondern bundesweit in der Kinder- und Jugendhilfe zu beobachten. Bei der Kinderbetreuung treiben höhere Kindpauschalen, steigende Mietkosten und eine wachsende Zahl von Kindern mit besonderem Förderbedarf die Kosten. Das Kreisjugendamt will mit einer bedarfsgerechten Ausbauplanung, der Zusammenlegung von Einrichtungen und einer Stärkung der Kindertagespflege gegensteuern.
Jugendbildungsstätte im MK wird teurer
Auch die Jugendbildungsstätte des Kreisjugendamtes passt ihre Preise an. Ab dem 1. Juli 2026 werden die Übernachtungspreise um rund zehn Prozent erhöht. Für Mahlzeiten, Tagesveranstaltungen und Zusatzleistungen steigen die Einzelpreise um etwa 20 Prozent. Mit der neuen Entgeltordnung will der Kreis eine kostendeckende Grundlage für den Betrieb der Einrichtung schaffen. Die Jugendbildungsstätte bleibt ein wichtiger Ort der außerschulischen Bildung: Allein 2025 besuchten mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung im Rahmen zweitägiger Schulseminare.