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Jeder fünfte Schulanfänger im Märkischen Kreis braucht Sprachtherapie
© AOK, colorbox hfr
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Jeder fünfte Schulanfänger im Märkischen Kreis braucht Sprachtherapie

Jeder fünfte Schulanfänger im Märkischen Kreis erhält eine Sprachtherapie. Besonders Jungen sind betroffen - Vorlesen und Gespräche können früh vorbeugen, so die AOK NordWest.

Veröffentlicht: Montag, 02.02.2026 07:47

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Sprachprobleme bei Kindern im Märkischen Kreis

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Im Märkischen Kreis hat jeder fünfte Schulanfänger rund um den Schulstart 2024 eine Sprachtherapie erhalten. Das zeigt eine Auswertung der AOK NordWest. Konkret waren 20,1 Prozent der sechsjährigen Kinder betroffen, die nicht nur lesen, rechnen und schreiben lernen mussten, sondern auch das richtige Sprechen. Besonders häufig betroffen sind Jungen mit 24,1 Prozent, während bei den gleichaltrigen Mädchen immerhin noch 15,5 Prozent eine Sprachtherapie benötigten.

Logopädie kann Kindern helfen, sich besser auszudrücken, selbstbewusster zu werden und Anschluss in der Kita oder Schule zu finden.", erklärt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider


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Sprachstörungen zeigen sich in verschiedenen Formen

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Sprachstörungen bei Kindern sind vielfältig und können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Sehr häufig treten dabei Artikulationsstörungen auf - das bedeutet, dass Kinder Laute nicht richtig bilden können. Wenn auch Satzbau und Wortschatz gestört sind, kann eine Sprachentwicklungsstörung vorliegen. Die offensichtlichste Form von Sprachstörungen bei Kindern sind Redeflussstörungen, die sich beispielsweise durch Sprechblockaden und angestrengte Wiederholungen (Stottern) oder durch sehr undeutliches, schnelles Sprechen (Poltern) äußern. Frühzeitiges Erkennen ist entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeit des Kindes zu verbessern und ihm den Schulstart zu erleichtern.

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Therapiebedarf steigt bereits bei Vierjährigen im Märkischen Kreis

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Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Bereits in diesem Alter erhielten im Märkischen Kreis neun Prozent der Jungen eine Sprachtherapie, bei den Mädchen lag der Anteil bei 5,5 Prozent. Im Alter von sechs Jahren ist die Inanspruchnahme dieser Therapien am höchsten, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen.

"Die Fähigkeit, sich auszudrücken und zu kommunizieren, beeinflusst das Lernen, die Interaktion mit anderen und das Selbstvertrauen eines Kindes.", betont Schneider

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Hohe Behandlungszahlen seit Jahren konstant

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Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen im Märkischen Kreis schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben. Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung sprachtherapeutischer Behandlungen rund um den Schulbeginn wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die für dieses Alter angemessenen sprachlichen Fähigkeiten der Kinder verschlechtert haben. Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet. Fachleute betonen, dass Vorlesen, gemeinsames Lesen und Gespräche im Alltag wichtige Bausteine sind, um Sprachproblemen früh vorzubeugen. Diese Maßnahmen können helfen, Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen und den Kindern einen besseren Start ins Schulleben zu ermöglichen.

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