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Jeder fünfte Betrieb im MK denkt an Abwanderung
© Brocke / Radio MK
Symbolfoto: Lager
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Jeder fünfte Betrieb im MK denkt an Abwanderung

Der Geschäftsklimaindex der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer ist im Märkischen Kreis von 91 auf 85 Punkte gefallen. Jedes fünfte Industrieunternehmen zieht laut Umfrage eine Standortverlagerung in Betracht.

Veröffentlicht: Mittwoch, 13.05.2026 10:43

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Geschäftsklima im Märkischen Kreis erneut gesunken

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Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hat sich im Frühjahr 2026 wieder verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) ist von 91 auf 85 Punkte gefallen. An der Konjunkturumfrage haben 419 Unternehmen mit rund 35.000 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Kammerbezirk teilgenommen. Die Befragung lief vom 13. bis 28. April und umfasst den Märkischen Kreis, den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis und die Stadt Hagen. Die erhoffte Frühjahrsbelebung ist damit erneut ausgeblieben.

Unaufhaltsam wachsende bürokratische Belastungen, ineffiziente Klima- und Energiepolitik, überzogene Unternehmenssteuern: Die langjährige Wachstumsschwäche der deutschen und regionalen Wirtschaft versetzt viele Betriebe in Alarmbereitschaft." – Dr. Ralf Geruschkat, SIHK-Hauptgeschäftsführer

Zum Jahresbeginn 2026 war der Geschäftsklimaindex noch auf 92 Punkte gestiegen, den höchsten Wert seit zwei Jahren.

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78 Prozent der Betriebe sehen Energiepreise als größtes Risiko

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Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen (78 Prozent) nennen die schwankenden Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko. Im Vergleich zur Umfrage zu Jahresbeginn ist das ein Anstieg um 24 Prozentpunkte. Auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen bereitet zunehmend Sorgen: Der Anteil ist von neun auf 30 Prozent gestiegen. Nur 13 Prozent der Betriebe rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. 27 Prozent gehen dagegen von einer Verschlechterung aus – acht Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn.

In der Industrie sind geopolitische Spannungen längst kein abstraktes Risiko mehr, sondern Teil des Tagesgeschäfts. Kriege, unsichere Handelswege und schwankende Rohstoffverfügbarkeiten schlagen direkt auf Einkauf, Produktion, Liefertermine und Kundenverhandlungen durch." – Tim Vogler, Geschäftsführer der Vogler GmbH und Co. KG aus Lüdenscheid
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Jedes fünfte Industrieunternehmen im MK erwägt Verlagerung

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Jedes fünfte Industrieunternehmen in der Region zieht laut SIHK Standort- oder Teilverlagerungen konkret in Erwägung. SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat fordert die Bundesregierung auf, keine weitere Zeit zu verlieren. Nach einem Jahr Regierungsarbeit habe die Bundesregierung aus Sicht der regionalen Wirtschaft nicht ausreichend geliefert. Ankündigungen wie Bau-Turbo, Infrastrukturprogramme und Investitionsfonds kämen vor Ort nicht verlässlich an.

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Iserlohner Unternehmer fordert bessere Bedingungen für Kreislaufwirtschaft

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Gustav Henrik Edelhoff, Geschäftsführer der Lobbe Holding GmbH & Co KG aus Iserlohn, sieht in der Kreislaufwirtschaft einen Schlüssel für mehr Rohstoffresilienz und Versorgungssicherheit. Er fordert unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren, eine Mindesteinsatzquote für Recyclingrohstoffe und den Einbezug der Kreislaufwirtschaft in den Industriestrompreis. Die vollständigen Ergebnisse der SIHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2026 sind online abrufbar.

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