
Hitze in Iserlohner Bildungsgebäuden im Fokus
Auch im Märkischen Kreis wird es in Kitas und Schulen im Sommer immer wieder sehr warm. In Iserlohn will die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen deshalb neue Maßnahmen zum Hitzeschutz prüfen lassen. Heute (08.07.) steht das Thema auf der Tagesordnung des Schulausschusses. Konkret geht es um einen politischen Antrag mit dem Titel „Klimafitte Bildungseinrichtungen in Iserlohn - Lernen und Leben bei gesunden Temperaturen ermöglichen“. Nach dem Willen der Fraktion soll die Stadtverwaltung zunächst erfassen, wie stark die sommerliche Hitzebelastung in städtischen Schulen, Offenen Ganztagsschulen und Kitas tatsächlich ist.
Bestandsaufnahme für Schulen, OGS und Kitas
Der Antrag sieht vor, die Raumtemperaturen in Klassenräumen, Fachräumen, Mensen, OGS-Bereichen und Kindertageseinrichtungen systematisch zu erfassen und auszuwerten. Auf dieser Grundlage soll dann für alle Bildungsstandorte ein Konzept zum besseren Hitzeschutz entstehen. Die Grünen verweisen darauf, dass einfache Maßnahmen wie Lüften oder Hitzefrei aus ihrer Sicht bei längeren und extremeren Hitzewellen nicht mehr ausreichen. Geprüft werden sollen unter anderem außenliegender Sonnenschutz, mehr Verschattung, Begrünung von Dächern und Fassaden sowie zusätzliche Pflanzen auf Schulhöfen und Kita-Außenflächen. Auch technische Kühlungs- und Klimatisierungssysteme gehören zu den Vorschlägen.
Photovoltaik und Finanzierung mitgedacht
Im Antrag geht es nicht nur um Kühlung, sondern auch um die Energieversorgung möglicher neuer Technik. So soll die Stadt laut Beschlussvorschlag prüfen, welche Dächer von Bildungseinrichtungen für Photovoltaikanlagen geeignet sind. Wenn technische Kühlungs- oder Klimasysteme geplant werden, sollen demnach auch Eigenstromversorgung und mögliche Batteriespeicher berücksichtigt werden. Außerdem soll die Verwaltung Fördermittel von Bund, Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union prüfen. Am Ende soll ein priorisierter Maßnahmen- und Finanzierungsplan vorgelegt werden, damit klar wird, was zuerst umgesetzt werden könnte.
Verwaltung beschreibt Belastung durch Hitze
In der Beratungsdrucksache wird die Belastung durch anhaltende Hitzeperioden für Kinder, Jugendliche und Beschäftigte ausdrücklich beschrieben. Demnach können überhitzte Räume die Betreuung in Kitas und den Unterricht in Schulen deutlich erschweren. Für Kitas wird unter anderem darauf hingewiesen, dass Temperaturen von etwa 20 bis 24 Grad Celsius als günstig gelten. Werden Räume deutlich wärmer, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig. Auch für Schulen wird auf bestehende Regelungen zum sogenannten Hitzefrei verwiesen. Gleichzeitig macht die Vorlage deutlich, dass organisatorische Maßnahmen allein bei zunehmender Hitze nach Einschätzung der Verwaltung und der Antragsteller oft nicht mehr ausreichen.
Außenflächen in Iserlohn ebenfalls ein Thema
Neben den Innenräumen geraten auch Schulhöfe und Kita-Außenbereiche in den Blick. In der Vorlage heißt es, dass diese Flächen bislang nicht überall an die neuen Anforderungen durch häufigere Hitze angepasst seien. Besonders wichtig sind dabei Schatten, Begrünung und kühlere Aufenthaltsbereiche. Damit geht es nicht nur um den Unterricht in Gebäuden, sondern auch um sichere Bedingungen in den Pausen und bei der Betreuung im Freien. Wie der Antrag in den weiteren politischen Beratungen bewertet wird, entscheidet sich nach der Behandlung im Schulausschuss später auch in weiteren Gremien bis hin zum Rat der Stadt Iserlohn.