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Iserlohn: EU-Razzia gegen mutmaßliche Luxusauto-Betrüger
© EPPO
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Iserlohn: EU-Razzia gegen mutmaßliche Luxusauto-Betrüger

In Iserlohn haben Ermittler am Morgen zwei Villen und einen Autohandel durchsucht - im Rahmen eines EU-weiten Schlags gegen mutmaßlich organisierten Steuerbetrug. Die Hauptverdächtigen Eigentümer von Autohäusern aus Iserlohn und Berlin sollen mit Mehrwertsteuerbetrug Schäden von über 103 Millionen Euro verursacht haben.

Veröffentlicht: Mittwoch, 04.03.2026 13:57

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Polizei und Finanzbeamte durchsuchen Villen und Autohaus in Iserlohn

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In Iserlohn haben Polizei und Finanzbeamte am Dienstagmorgen (04.03.) zwei Villen und ein Autohaus durchsucht. Die Durchsuchungen sind Teil eines EU-weiten Ermittlungsverfahrens der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO), das unter dem Codenamen „Emily" geführt wird. Dabei geht es um eine mutmaßliche kriminelle Organisation, die grenzüberschreitenden Mehrwertsteuerbetrug im Handel mit Luxusautos betrieben haben soll. Der geschätzte Steuerschaden beläuft sich laut EPPO auf über 103 Millionen Euro. Insgesamt fanden mehr als 150 Durchsuchungen in neun Ländern statt. Neun Verdächtige wurden in Deutschland und Tschechien festgenommen - vier davon in Deutschland und fünf in Tschechien.

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Iserlohn als Zentrum eines europaweiten Betrugsnetzwerks

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Die Hauptverdächtigen sollen laut EPPO Eigentümer einer Gruppe von Autohäusern in Berlin und Iserlohn sein. Sie gelten als mutmaßliche Organisatoren des kriminellen Netzwerks, das in sechs EU-Ländern aktiv gewesen sein soll - darunter Österreich, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Italien und die Slowakei. Die Ermittlungen ergaben, dass das Netzwerk verzweigte Handelsketten nutzte, um grenzüberschreitende Fahrzeugverkäufe zu etablieren oder zu simulieren. Dabei fungierten Briefkastenfirmen als sogenannte „Missing Traders", die ihre Steuerpflichten nicht erfüllten und so die Zahlung der fälligen Mehrwertsteuer umgingen. Der nächste Händler in der Kette konnte anschließend Mehrwertsteuerrückerstattungen beantragen. Die Geschäftsführer der Briefkastenfirmen waren laut den Ermittlungen Strohmänner aus anderen EU-Ländern wie Bulgarien, Ungarn und Polen.

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Über 1100 Ermittler im EU-weiten Einsatz

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An dem Einsatz in neun Ländern - darunter Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen und die Slowakei - waren mehr als 1100 Steuer- und Polizeiermittler beteiligt. Bei den Durchsuchungen konnten Luxusautos, Bargeld, Kunstwerke und andere Vermögenswerte im Wert von über 13,5 Millionen Euro beschlagnahmt werden. Die mutmaßlichen Straftaten erstrecken sich laut EPPO über einen Zeitraum von 2017 bis 2025. In Deutschland waren unter anderem das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW, das Landeskriminalamt Berlin und zahlreiche Steuerermittlungsämter an den Maßnahmen beteiligt. Auch Europol unterstützte die Ermittlungen mit analytischer Hilfe und Koordinationsinstrumenten. Weitere Ermittlungen der EPPO im Zusammenhang mit der kriminellen Gruppe laufen weiterhin.

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