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Immer mehr Kinder im MK brauchen seelische Hilfe
© Radio MK/ Jesse
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Immer mehr Kinder im MK brauchen seelische Hilfe

Mehr als 600 Kinder und Jugendliche im Märkischen Kreis erhielten 2024 Eingliederungshilfe wegen seelischer Probleme. Landesweit hat sich die Zahl in zehn Jahren mehr als verdoppelt.

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Eingliederungshilfe im Märkischen Kreis gestiegen

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Im Jahr 2024 haben im Märkischen Kreis 627 Kinder und Jugendliche Unterstützung wegen seelischer Probleme erhalten. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des statistischen Landesamtes hervor. Zu den behandelten Problemen zählen unter anderem Ängste, Depressionen, Traumatisierungen oder Essstörungen. Die jungen Menschen wurden dabei psychisch, sozial, pädagogisch oder auch finanziell unterstützt. Diese sogenannte Eingliederungshilfe soll den Betroffenen helfen, ihre seelischen Belastungen zu bewältigen und ein normales Leben zu führen.


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NRW-weiter Trend: Verdopplung der Hilfsfälle in zehn Jahren

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In ganz Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der jungen Menschen mit Eingliederungshilfe bei seelischen Problemen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Waren es 2014 noch 19.000 Fälle, stieg die Zahl bis 2024 auf 44.000 an. Diese drastische Zunahme zeigt, dass psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen ein wachsendes gesellschaftliches Problem darstellen. Am häufigsten betroffen sind laut Statistik die 10- bis 18-Jährigen, die 62 Prozent aller Fälle ausmachen.

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Neue Akutstation in Lüdenscheid erweitert Behandlungsangebot

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Auch als Reaktion auf den steigenden Bedarf hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Märkischen Kliniken am Klinikum Lüdenscheid zum 1. Januar 2026 eine neue Akutstation mit sechs Betten in Betrieb genommen. Die neugestalteten Räumlichkeiten und das spezialisierte Konzept erweitern das bestehende Behandlungsangebot und schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche in akuten psychischen Notlagen. Die neue Station ist insbesondere für sehr belastende Krisensituationen ausgelegt und ermöglicht eine intensivere therapeutische Begleitung als bisher möglich war.

 "Mit den neuen räumlichen und konzeptionellen Möglichkeiten schaffen wir einen geschützten Rahmen, der gezielt auf die besonderen Anforderungen akuter psychischer Krisen bei Kindern und Jugendlichen abgestimmt ist." - Dr. Morsi Abdallah, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
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Spezialisierte Behandlung für schwere psychische Erkrankungen

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Behandelt werden Kinder ab zehn Jahren sowie Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre aus dem Märkischen Kreis und dem Kreis Olpe. Die Klinik verfügt über eine langjährige und ausgewiesene Expertise in der Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen, unter anderem bei Suizidalität im Kindes- und Jugendalter, selbstverletzendem Verhalten, schweren depressiven Störungen und psychotischen Erkrankungen. Die Versorgung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus ärztlichem, psychotherapeutischem, pflegerischem und sozialpädagogischem Fachpersonal. Ergänzend zur stationären Behandlung setzt die Klinik auf etablierte, evidenzbasierte Therapieprogramme wie das AdoASSIP-Programm zur Suizidprävention in Kooperation mit der Universitätsklinik Zürich.

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Immer mehr Kinder im MK brauchen seelische Hilfe
© Klinikum Lüdenscheid
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Moderne Ausstattung und schulische Betreuung in Lüdenscheid

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Die neuen Räumlichkeiten der Akutstation umfassen vier Einzelzimmer, ein Doppelzimmer, einen Aufenthaltsraum, einen geschützten Außenbereich sowie spezielle Räume zur Deeskalation und Krisenbewältigung. In enger Zusammenarbeit mit der Michael-Ende-Schule ist zudem eine interne schulische Beschulung der Patientinnen und Patienten gewährleistet.

 "Die neue Akutstation ergänzt unser breites und bewährtes Behandlungsangebot und ermöglicht es, noch individueller auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in akuten psychischen Krisen einzugehen" - Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkische Kliniken.
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Landkreistag NRW warnt vor gesellschaftlicher Entwicklung

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Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen zeigt sich besorgt über die dramatische Entwicklung bei der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche. Die steigenden Fallzahlen gehen mit einer massiven Belastung der Kommunalhaushalte einher. Im Zeitraum 2014 bis 2023 haben sich die Kosten laut der aktuellen amtlichen Statistik allein im Bereich der Eingliederungshilfe von 255 Millionen Euro auf rund 654 Millionen Euro knapp verdreifacht. In den Folgejahren 2024 und 2025, zu denen noch keine Zahlen für NRW vorliegen, dürften sich noch höhere Kosten ergeben haben.

 "Diese Entwicklung ist gesamtgesellschaftlich äußerst besorgniserregend. Alle Beteiligten müssen nach den Ursachen für diese Entwicklung suchen und Gegenstrategien entwickeln. Wir können uns nicht damit abfinden, dass dieser Trend immer weitergeht" - Dr. Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags NRW.
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Forderung nach finanzieller Unterstützung durch Land und Bund

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Angesichts der Kostenexplosion fordert der Landkreistag NRW eine stärkere Beteiligung von Land und Bund an der Finanzierung. Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung fordert Dr. Martin Klein auch gesetzgeberische Maßnahmen, um effizienter arbeiten zu können. Insbesondere sollten gemeinsame Betreuungsformen für mehrere Kinder ermöglicht werden, um Kosten zu sparen und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen. Die drastische Zunahme psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen ist ein komplexes gesellschaftliches Phänomen. Experten sehen in der Corona-Pandemie einen wichtigen Verstärker bereits bestehender Belastungen. Neben der finanziellen Herausforderung für die Kommunen zeigt die Entwicklung vor allem eines: Es braucht sowohl präventive Maßnahmen als auch eine Stärkung der Behandlungskapazitäten. Die neue Akutstation in Lüdenscheid ist ein wichtiger Schritt, um Kindern und Jugendlichen in der Region schneller und gezielter zu helfen.

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