
Viel Hitze, wenig Regen im Märkischen Kreis
Der Sommer 2026 hat vielen Landwirten in der Region zugesetzt. Nach Angaben des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes gab es ab Juni lange trockene Phasen und dazu Temperaturen von bis zu 40 Grad. Besonders betroffen waren Mais, Kartoffeln und Rüben. Auch Obst und Gemüse verzeichneten demnach deutliche Einbußen. Für den Märkischen Kreis ist das besonders relevant, weil trockene Wetterphasen direkte Folgen für die Futterversorgung in der Tierhaltung haben können.
Getreideernte bleibt insgesamt durchschnittlich
Die Getreideernte in Westfalen-Lippe fällt laut Verband insgesamt noch durchschnittlich aus. Beim Winterweizen wurden im Schnitt 80,5 Dezitonnen pro Hektar geerntet. Das sind rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Auch bei der Wintergerste lagen die Werte unter dem Vorjahresniveau. Noch deutlicher waren die Rückgänge bei Sommerweizen und Hafer, wobei die Ergebnisse je nach Betrieb, Boden und Niederschlag unterschiedlich ausfallen können.
Grünland ist im Märkischen Kreis besonders wichtig
Im Märkischen Kreis spielt vor allem das Grünland eine wichtige Rolle. Viele landwirtschaftliche Flächen werden für die Tierhaltung genutzt, vor allem für Milch- und Fleischrinder - Bei Temperaturen über 30 Grad geraten auch Rinder, Schweine und Hühner in Hitzestress. Wenn Regen fehlt, wächst weniger Gras, und genau das kann das Futter für die Tiere knapp machen. Die anhaltende Trockenheit hat im Märkischen Kreis dazu geführt, dass Mais bereits Ende August geerntet werden musste - Wochen früher als üblich. Der Ackerbau ist in der Mittelgebirgslandschaft des Kreises weniger stark vertreten als in anderen Regionen. Deshalb treffen Trockenperioden viele Höfe hier auf eine andere Weise als in klassischen Ackerbaugebieten.
Hohe Kosten setzen die Betriebe zusätzlich unter Druck
Neben der Wetterlage belasten auch die wirtschaftlichen Bedingungen viele Höfe. Energie, Dünger und weitere Betriebsmittel bleiben teuer. Gleichzeitig sind die Preise für viele landwirtschaftliche Produkte teilweise niedrig. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband beschreibt die Lage deshalb als angespannt. Der Verband fordert von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich Betriebe besser auf Klimafolgen und steigende Kosten einstellen können.
Landwirtschaft muss sich weiter anpassen
Nach Einschätzung des Verbandes wird sich die Landwirtschaft weiter an veränderte Wetterbedingungen anpassen müssen. Dazu gehören unter anderem angepasste Sorten, ein besserer Wasserrückhalt im Boden und eine verlässliche Wasserinfrastruktur. Für die Höfe im Märkischen Kreis bleibt die Herausforderung groß. Sie müssen mit häufigeren Wetterextremen umgehen und gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten. Waldbauern und Forstexperten im Märkischen Kreis haben Bundestagsabgeordnete zuletzt auf die Folgen für die Forstwirtschaft hingewiesen.