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Häusliche Gewalt: Neues Training startet in Lüdenscheid
© Symbolbild, Radio MK
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Häusliche Gewalt: Neues Training startet in Lüdenscheid

Der Märkische Kreis und die Stadt Lüdenscheid bauen ihr Hilfesystem gegen häusliche Gewalt weiter aus. Ab Juni startet in Lüdenscheid erstmals ein Training für Männer, die gegenüber Partnerinnen gewalttätig geworden sind.

Veröffentlicht: Mittwoch, 27.05.2026 14:26

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Neues Gewaltpräventionsprogramm startet in Lüdenscheid

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Der Märkische Kreis und die Stadt Lüdenscheid erweitern gemeinsam ihr Angebot im Bereich Gewaltprävention. Ab Juni bietet der Verein BRÜCKE Siegen e.V. erstmals in Lüdenscheid das sogenannte „Training zur Vermeidung Häuslicher Gewalt" an. Mit dem neuen Standort soll eine bestehende Versorgungslücke im Märkischen Kreis geschlossen werden. Das Programm richtet sich an erwachsene Männer, die gegenüber ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen körperliche oder psychische Gewalt ausgeübt haben. Die Teilnahme kann freiwillig erfolgen oder durch Jugendämter, Gerichte, Polizei oder Beratungsstellen vermittelt werden.

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Anti-Gewalt-Training nach bundesweiten Standards im Märkischen Kreis

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Das Programm basiert auf den Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V. (BAG TäHG). Im Vorfeld finden mehrere Einzelgespräche statt, in denen die persönliche Situation und mögliche Risikofaktoren geklärt werden. Anschließend nehmen die Teilnehmer über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten regelmäßig an Gruppensitzungen teil. Themen sind unter anderem Gewaltmuster, Konfliktlösungsstrategien, Emotions- und Impulskontrolle sowie Kommunikationsverhalten. Auch die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Partnerinnen und Kinder werden behandelt. Rund 85 Prozent der Teilnehmer in Täterprogrammen sind laut Angaben des Kreises Väter.

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Über 430 Meldungen: Fallzahlen im Märkischen Kreis zeigen Handlungsbedarf

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Die Fallzahlen der vergangenen Jahre verdeutlichen den Handlungsbedarf. Im Jahr 2025 gingen im Märkischen Kreis insgesamt 432 Meldungen im Bereich Kindeswohlgefährdung ein. Davon standen 102 Fälle im Zusammenhang mit Meldungen durch Justizbehörden, insbesondere durch die Polizei. Die häufigsten Gefährdungsformen waren körperliche und psychische Misshandlung. In Lüdenscheid waren es im vergangenen Jahr 72 Fälle bei insgesamt 370 Meldungen. Die Meldungen erfolgten überwiegend durch Polizei, medizinische Einrichtungen, Schulen sowie durch Angehörige.

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Täterarbeit als Ergänzung zum Opferschutz im MK

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Der Märkische Kreis und die Stadt Lüdenscheid setzen mit dem Angebot der BRÜCKE Siegen e.V. auf einen weiteren Baustein im Gewaltschutz. Die Täterarbeit soll den bestehenden Opferschutz ergänzen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Märkische Kreis mit verschiedenen Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf das Thema aufmerksam gemacht. Ziel ist es, Gewalt nachhaltig zu verhindern und die Sicherheit von betroffenen Frauen und Kindern zu stärken. Ergänzend werden im Rahmen des Trainings Strategien zur Rückfallvermeidung und konkrete Notfallpläne für Krisensituationen erarbeitet. Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite der BRÜCKE Siegen e.V..

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Häusliche Gewalt: Neues Training startet in Lüdenscheid
© Hanna Clemens/Märkischer Kreis
Gemeinsames Präventionsprojekt der Jugendämter Stadt Lüdenscheid und Märkischer Kreis: Ab Juni bietet die BRÜCKE Siegen e.V. das „Training zur Vermeidung Häuslicher Gewalt“ in Lüdenscheid an. Von hinten: Alexandra de Hek Schirra, Nathalie Kompernaß (beide Jugendamt Lüdenscheid) und Britta Lemke (Jugendamt Märkischer Kreis) Vordere Reihe: Jochen Becker und Silke Menn-Quast (beide Träger BRÜCKE Siegen) und Fachdienstleiterin Silke Hufenbach (Jugendamt Märkischer Kreis).
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